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Aus für Kempener de Beukelaer-Werk: „Für die Menschen ist das Heimat“

Aus für Kempener de Beukelaer-Werk : „Für die Menschen ist das Heimat“

Der Betriebsrat von Griesson-de Beukelaer kämpft um das Werk am Niederrhein. Die Gedanken vieler Kempener sind bei den betroffenen Mitarbeitern.

Der Wegzug des Unternehmens Griesson-de Beukelaer (GdB) beschäftigt weiterhin viele Kempener – vor allem natürlich die Mitarbeiter. Sehr emotional sei die Betriebsversammlung am Montag gewesen, schildert der Betriebsratsvorsitzende in Kempen, Detlev Büschges. Viele der 270 Mitarbeiter waren gekommen. Für sie ist die Entscheidung, die Produktion nach Thüringen zu verlagern, ein Schock.

Viele Mitarbeiter seien schon lange im Betrieb. Die Prinzenrolle gehöre nach Kempen. Seit 1955 wird der Doppelkeks in Kempen produziert, der seit 1964 den Namen Prinzenrolle trägt. „Das hätte niemand gedacht, dass so eine gravierende Veränderung ansteht. Für die Menschen ist das Heimat“, so Büschges.

Wie berichtet, werden die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) und der Betriebsrat Alternativen zur Schließung und zu Entlassungen prüfen. Büschges geht davon aus, dass am neuen Standort in Thüringen weniger Mitarbeiter gebraucht werden. „Eine ganze Menge Menschen wird ohne Arbeitsplatz bleiben.“ Büschges kritisiert den Mangel an Informationen. Er sieht durchaus Alternativen, um in Kempen eine Erweiterung zu realisieren.

Auswirkungen auf
den Altstadtlauf?

Auswirkungen könnte der Weggang auch auf den Altstadtlauf haben, dessen Hauptsponsor GdB ja seit vielen Jahren ist. Es scheint schon jetzt sicher, dass es ohne das Unternehmen den Altstadtlauf in der bisherigen Form nicht mehr geben wird. Soweit geht Detlev Schürman, Vorsitzender der Vereinigten Turnerschaft (VT) Kempen, die den Altstadtlauf ausrichtet, zumindest noch nicht. „Wir haben noch keinen Kontakt aufgenommen, werden aber zügig versuchen, einen Termin bei GdB zu bekommen“ sagte er im Gespräch mit der WZ. Dann wolle man die Situation in Ruhe miteinander besprechen. Schürmann betont, die Menschen, die Familien und deren berufliche Zukunft hätten jetzt absolute Priorität.

Auch zu Karneval gehören de Beukelaer-Kekse dazu. Heinz Börsch, Präsident des Kempener Karnevals-Vereins (KKV), denkt zurzeit ebenfalls vor allem an die Mitarbeiter von Griesson-de Beukelaer, für die der Weggang ein schwerer Schlag ist. Für alle Karnevalisten, die beim Zug mitgehen, sei es praktisch, mit de Beukelaer und Nappo zwei Anlaufstellen für Wurfmaterial in der Stadt zu haben. „Natürlich haben wir dann eine Lücke“, so Börsch auf Nachfrage der WZ. Seit der Fusion von Griesson und de Beukelaer zu Griesson-de Beukelaer  und der Verlagerung des Hauptsitzes nach Polch habe die Unterstützung merklich nachgelassen. Daher seien die Auswirkungen eines Weggangs für den Verein nun nicht so gravierend.

Der Martinsverein erwartet
keine größeren Auswirkungen

Keine großen Auswirkungen werden für die St.-Martins-Züge erwartet. „Wir haben schon in den vergangenen zwei Jahren keine Spende mehr bekommen, aber einen Rabatt von 20 Prozent“, so Rainer Hamm, Vorsitzender des St.-Martin-Vereins. Bis vor etwa drei Jahren hatte das Unternehmen einen Teil der Artikel gespendet. „Es war aber nicht in jedem Jahr die Prinzenrolle in der Tüte“, so Hamm. Die Bloese habe aber immer zwei Teile von de Beukelaer enthalten. Außerdem könne man gegebenenfalls die Prinzenrolle –  wie die anderen Artikel auch – beim Großhändler kaufen.