Kempen : Auf dem Weg zum Priester

Der Kempener Michael Druyen hat sich entschieden: Der 29-Jährige will Pfarrer werden. Am 1. April findet seine Weihe zum Diakon in der Propsteikirche St. Mariae Geburt statt.

Kempen. Ein Kempener wird auf dem Weg zum Priesteramt am 1. April in der Propsteikirche zum Diakon geweiht. Für Michael Druyen gehörte der christliche Glauben immer schon zu seinem Leben. St. Marien ist seine Heimatkirche, in der er als Messdiener in der Jugendarbeit aktiv war. Aber Priester werden, war zunächst nicht unbedingt sein Ziel.

Nach seinem Abschluss an der Erich Kästner Realschule begann er zunächst eine Ausbildung zum Mechatroniker, merkte aber schnell, dass er mehr will. Er machte sein Abitur nach und begann Elektrotechnik zu studieren. „Nach vier Semestern habe ich gemerkt, dass meine Fragen an das Fach beantwortet sind, die großen Fragen im Leben aber noch nicht“, erinnert sich Michael Druyen.

Daher begann er Theologie zu studieren — zunächst, weil ihn das Fach interessierte. In dieser Zeit durchlebte er eine große Glaubenskrise. Als er eines Abends in der Stadt, in der er zum Studium in Münster wohnte, aus einem plötzlichen Gefühl heraus in eine Kirche ging und an einer Messe teilnahm, wurde ihm schlagartig klar, dass im Leben mehr steckt und er sah für sich plötzlich keine andere Alternative mehr: Er musste Priester werden. Nach dem Studium in Münster absolvierte der Kempener noch in Frankfurt ein Lizentiatsstudium.

Als Priesteramtskandidat für das Bistum Aachen und Pastoralpraktikant ist er zurzeit in der Pfarrei Christkönig in Erkelenz. Dort lernte er seit dem vergangenen Jahr zunächst die Gemeinde kennen und ist in der Messdienerarbeit aktiv. Bis zu seiner Priesterweihe, die am Pfingstsamstag 2018 im Hohen Dom zu Aachen durch Bischof Helmut Dieser vollzogen wird, wird Michael Druyen nun in Erkelenz als Diakon mitarbeiten. Leitender Pfarrer dort ist Werner Rombach, der bis zum Sommer 2007 in Kempen Priester war.

Nach der Weihe zum Diakon wird Michael Druyen in den Eucharistiefeiern assistieren und predigen, Wortgottesfeiern leiten, taufen und beerdigen sowie bei Trauungen den Brautleuten assistieren. Als Seelsorger wird er für die Menschen in der Gemeinde da sein.

Die Zeit vor dem 1. April ist nun geprägt durch die Arbeit in der Gemeinde, aber auch durch Exerzitien, in denen der 29-Jährige zur Ruhe kommen und nachdenken kann, vor diesem wichtigen Schritt.

Dass die Weihe in seiner Heimatkirche stattfinden wird, freut Michael Druyen besonders. Während ständige Diakone stets im Aachener Dom geweiht werden, können Weihekandidaten, die später noch die Priesterweihe erhalten, einen Wunsch äußern, wo die Zeremonie stattfinden soll. Daher werden Michael Druyen und Dr. Dennis Rokitta, ebenfalls angehender Priester, nun am 1. April in Kempen geweiht.

Auch in der Kempener Kirchengemeinde bereitet man sich in der Vorbereitung auf die Diakonenweihe der zwei Seminaristen auf dieses große Fest vor, und zwar mit drei besonders gestalteten Vespergottesdiensten. In den Predigten gehen bekannte Persönlichkeiten von der Frage aus, wie in der heutigen Zeit eine christliche Berufung und deren Ausgestaltung aussehen kann.