Auch die Südseite des Kempener Denkmals muss saniert werden

Kirche in Kempen : St. Marien: Sanierung wird teurer

Auch die südliche Fassade der Propsteikirche ist erheblich beschädigt. Die Kirchengemeinde muss 600 000 bis 700 000 Euro mehr einplanen.

Die Sanierungen der Propsteikirche St. Mariae Geburt werden umfangreicher als zunächst gedacht. Wie Joachim Minten, Vorsitzender des Kirchbauvereins und Koordinator der Baumaßnahme für die Kirchengemeinde, nun erklärte, habe es jüngst eine zweite Hubsteigerbefahrung gegeben. Die Ergebnisse dieser Untersuchung seien ernüchternd gewesen, so Minten. Denn es habe sich gezeigt, dass die Fassade an der Südseite in einem schlechteren Zustand ist, als bisher angenommen. „Diese Flächen werden wir uns in wenigen Jahren vornehmen müssen“, so Minten.

Die Sanierung von Westfassade und Turm ist für das kommende Jahr vorgesehen. Wenn das Wetter mitspielt, soll bereits Mitte März mit den Vorarbeiten begonnen werden, damit die Maßnahme auch bis Oktober abgeschlossen werden kann. Die Arbeiten können nur bei gutem Wetter ausgeführt werden. Die Fugen zwischen den Tuffsteinen und die Dichtungsschicht, die sogenannte Schlämme, müssen erneuert werden.

Die Sanierung der
Nord-Fassade soll 2020 folgen

Die Sanierung der Nordfassade – zum Thomas-Denkmal – wird dann im Jahr 2020 folgen. Auch das ist schon fest eingeplant. Zunächst hatte man aber gehofft, dass man mit der Sanierung der Südseite – zum Pfarrzentrum Burse – und des Chors noch ein paar Jahre warten könnte. Die neuen Untersuchungsergebnisse sehen nun aber anders aus, sodass die Kirchengemeinde diesen dritten Bauabschnitt schon 2021 angehen muss – wenn das Bistum Aachen mitzieht.

Mit Kostenschätzungen ist Minten noch vorsichtig, aber 600 000 bis 700 000 Euro könnten dann hinzukommen, sodass die Gesamtmaßnahme bei zwei Millionen Euro oder sogar etwas mehr liegen könnte. Das Bistum bezuschusst solche Baumaßnahmen in einer Höhe von 60 bis 70 Prozent der Gesamtkosten. Für den nun doch zeitnah anstehenden dritten Bauabschnitt hat man noch keine Rückmeldung aus Aachen bekommen. „Die Baumittel des Bistums sind über Jahre ausgenutzt“, weiß Minten. Viele alte Kirchen im Bistum müssten saniert werden. Er hofft aber auf eine baldige Antwort vor Weihnachten oder Anfang des nächsten Jahres.

Weitere Sammel-Aktionen
sollen folgen

Wie die Antwort auch ausfällt, die Kirchengemeinde wird einen hohen sechsstelligen Betrag für die aufwendige Sanierung aufbringen müssen. Der Kirchbauverein der Propsteikirche ist schon länger dabei, um Unterstützung für den Erhalt der Kirche und Spenden zu werben. Im vergangenen Jahr sorgte eine Plakataktion im Zusammenhang mit dem Bundestagswahlkampf der Kempener FDP für Aufmerksamkeit und in der Folge für Spenden.

In naher Zukunft sollen noch einige Aktionen folgen. Unter anderem hat der Kirchbauverein zwei Bildbände mit Fotos der Kirche herausgebracht, deren Erlös in die Sanierung fließen soll (ausführlicher Bericht dazu folgt).

Von 1981 bis 1993 wurde das Gotteshaus das letzte Mal umfangreich instandgesetzt. Damals stand die Tuffsteinverblendung lose vor dem Mauerwerk und wurde neu verankert. Um die Bohrlöcher zu verdecken und um die erneuerten Tuffsteinflächen zu schützen, wurde die Kirche „geschlämmt“, also mit einer Dichtungsschicht versehen, und sie erhielt ihre heutige Farbe. Damals habe man mit der Technik der Zeit gearbeitet. Heute wisse man einige Dinge aber besser, so Minten.

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