Asbest sorgt für Verzögerung

An der Robert-Koch-Straße werden Fernwärmeleitungen ausgetauscht. Die alten Rohre müssen fachgerecht entsorgt werden.

Kempen. Anwohner der Robert-Koch-Straße fragen sich schon seit mehreren Tagen, wieso es bei einer Baustelle vor ihren Haustüren nicht voran geht. „Der Graben ist geöffnet, die Rohre liegen hier, aber es geht nicht weiter“, berichtet ein Anwohner (Name der Redaktion bekannt). Bereits seit Juli ist die Firma Hamelmann im Auftrag der Kempener Stadtwerke vor den Reihenhäusern an der Robert-Koch-Straße im Einsatz.

Eigentlich hätte der geplante Austausch von Fernwärmeleitungen schon längst abgeschlossen sein sollen, wie Stadtwerke-Geschäftsführer gestern gegenüber der WZ erklärte. Gleich mehrere Probleme machten den Verantwortlichen aber dann zu schaffen. Das größte sei vor einigen Tagen aufgetreten. An den alten Rohren habe man eine „feinfaserige, asbesthaltige Isolierung“ festgestellt. Das bedeutete einen sofortigen Baustopp. Die Stadtwerke mussten auf die Schnelle eine fachkundige Entsorgung der Rohre in die Wege leiten. Inzwischen sei eine Lösung in Sicht, wie Ferling gestern bestätigte. „Ein Subunternehmer der Firma Hamelmann wird mit der Entsorgung beauftragt“, so der Stadtwerke-Chef. „Ich gehe davon aus, dass das Ganze diese Woche über die Bühne geht.“

In einer Pressemitteilung stellen die Stadtwerke heraus, dass für die Anwohner keinerlei Gefahr bestehe. „Eine Gefährdung der Gesundheit kann ausgeschlossen werden“, so das Unternehmen. Solange nicht an den Rohren Schneidearbeiten durchgeführt werden, gehe von ihnen auch keine Gefahr aus. Dies sei bei der Baustelle in Kempen nicht geschehen.

Die bevorstehenden Entsorgungsarbeiten werden nach Angaben der Stadtwerke unter Schutzmaßnahmen durchgeführt. Heißt zum Beispiel, dass über dem Graben, in dem die Rohre liegen, Zelte aufgebaut werden, wie Ferling auf Nachfrage ergänzte.

Nach der Entsorgung soll die Baustelle zügig beendet sein. Die neuen Leitungen seien bereits verlegt. Hauptaufgabe sei nur noch, die Altrohre zu entsorgen.

Insgesamt dauert die Maßnahme nach Angaben der Stadtwerke bereits deutlich länger als erwartet. Zwischenzeitlich habe bereits ein Rohrbruch für Probleme gesorgt. Unter anderem dadurch sei man dann in die Urlaubsphase im Sommer gerutscht. Ferling: „Jetzt hoffen wir auf ein zügiges Ende.“