Aqua-Sol: Weiter alle Abzeichen

Stadtwerke Kempen weisen Kritik von Schulen und DLRG zurück.

Kempen. Die Stadtwerke reagieren gelassen auf die anhaltende Kritik am schon beschlossenen Umbau des Schwimmbads Aqua-Sol. Das Unternehmen verschickte am Mittwoch eine E-Mail an die Presse, die auf eine Anfrage des Schulverwaltungsamts hin verfasst worden ist. Darin geht es um die Kritik seitens der Schulen und Vertreter der DLRG, dass im umgebauten Bad künftig nicht mehr alle Schwimmabzeichen abgelegt werden können. Dies ist nach Angaben der Stadtwerke nicht korrekt.

Im Schreiben beruft sich das Unternehmen auf die vom Schulministerium verbreitete Prüfungsordnung, in der Ausnahmeübungen zugelassen werden, falls bestimmte Anforderungen nicht erfüllt werden können, weil dies im entsprechenden Schwimmbad nicht möglich ist. „Falls für Sprungprüfungen keine genügend hohe Absprungmöglichkeit vorhanden oder die Wassertiefe geringer als 3,50 m ist, bestimmt der Prüfer in Verbindung mit seiner Gliederung bzw. beauftragenden Institution eine Ersatzleistung (mehrere verschiedenartige Sprünge aus geringer Höhe: Paketsprung, Startsprung, Abrenner) und trägt sie in das Schwimmzeugnis ein. Diese Ausnahmegenehmigung ist nur zu erteilen, wenn entsprechend gut ausgerüstete Bäder nicht aufgesucht werden können. Ihre Geltungsdauer ist auf zwei Jahre zu beschränken“, heißt es in einen Paragrafen der Prüfungsordnung.

Heißt konkret, dass in Kempen auf andere Übungen ausgewichen werden kann, weil es zum Beispiel künftig in der neuen Halle kein Drei-Meter-Brett mehr geben wird. „In unserem Hallenbad wird auch künftig außerhalb der Sommersaison die Abnahme der Schwimmabzeichen vom Seepferdchen bis zum Deutschen Jugendschwimmabzeichen ,Gold’ möglich sein“, schreiben die Stadtwerke. Draußen könnten auch weiterhin alle erforderlichen Sprungprüfungen abgenommen werden. Dazu stehe die Außensprunganlage von Mai bis September zur Verfügung.

Aus Sicht der Stadtwerke wird sich die Situation im dann für 7,5 Millionen Euro umgebauten Bad sogar verbessern. Nach der Sanierung werde ein Multifunktionsbecken mit Hubboden zur Verfügung stehen, in dem auch Schwimmanfängern „optimale Bedingungen aufgrund variabler Wassertiefe geboten werden können“. Ferner sei der Verlust des 50-Meter-Beckens, das die Stadtwerke aufgeben werden, für die Schulen nicht relevant. Das Becken werde ohnehin nicht für Schulstunden genutzt.

Wichtigster Beweggrund der Stadtwerke zum Umbau des mehr als 40 Jahre alten Schwimmbads sei der langfristige Erhalt. „Die Umbaumaßnahmen führen dazu, dass wir gemeinsam in einem attraktiven Bad Kindern das Schwimmen beibringen und den Spaß an Sport und Spiel im Element Wasser auch in den kommenden 20 Jahren vermitteln können“, so die Stadtwerke, die nun auch dem Schulamt in einem persönlichen Termin die Pläne vorstellen möchten.

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