Café International in Grefrath : Nette Kontakte und Deutsch lernen

Das Café International gibt es seit zwei Jahren. Etwa 20 Menschen sind immer dabei.

„Das sieht aber lecker aus.“ Die Bemerkung löst allgemeine Zustimmung aus. Viele Menschen haben sich um zusammen geschobene Tische eingefunden, auf denen etliche Schüsseln und Schalen mit den unterschiedlichen Gerichten stehen. „Das ist auch lecker“, sagt Hasan, der Barbara Behrendt verrät, woraus die grünen, flachen Bratlinge bestehen, die ebenfalls zu den Speisen gehören. „Jeder hat heute etwas zu essen mitgebracht, denn eigentlich wollten wir draußen ein wenig feiern. Aber das Wetter hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht“, sagt die Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Grefrath. Es ist Mittwoch und in der Mensa der Schule an der Dorenburg ist das Café International eingezogen.

Weniger Besucher als anfangs, dafür kommen viele regelmäßig

Seit März 2016 gibt es das Angebot, bei dem sich Flüchtlinge und Deutsche einmal in der Woche bei Kaffee, Keksen und Spielen zum Austausch treffen. Durchschnittlich zehn bis 20 Bürger der unterschiedlichsten Nationalitäten suchen das Café auf, wobei fünf bis sechs Länder eigentlich immer vertreten sind. „Es ist eine schöne Möglichkeit der Begegnung und für die Flüchtlinge eine gute Gelegenheit, auf lockerer Ebene die deutsche Alltagssprache zu erlernen. Für uns selber ist es ein fester Termin geworden“, sagt Jörg Kischkel, der zusammen mit seiner Frau Birgit von der ersten Café-Stunde an mit dabei ist und das Projekt ehrenamtlich unterstützt.

Allerdings stellt das Ehepaar fest, dass anfangs mehr Menschen das Angebot besuchten. Das bestätigt auch Behrendt. „Es sind weniger geworden. Dafür kommen viele jetzt regelmäßig und nutzen intensiv die Möglichkeit, die deutsche Sprache zu üben“, sagt die Gleichstellungsbeauftragte. Inzwischen ist es in der Mensa immer voller geworden. Dass das Café diesmal eine Art Sommerfest ist, hat sich herumgesprochen.

Behrendt hat die Buttonmaschine mitgebracht, an der auch kleine Spiegel und Flaschenöffner mit selbst gestalteten Motiven neben den klassischen Buttons entstehen. Ein Stückchen weiter sitzt eine Gruppe von Männern um ein Schachspiel und beobachtet die beiden Spieler, die voller Konzentration die Figuren über das Brett schieben. Von der Theke der Mensa weht der Duft von Popcorn durch den Raum und so mancher junger Besucher nascht die süßen Maiskörner aus der Papiertüte oder schleckt frisch zubereitete Zuckerwatte.

Unter dem Laubengang im Außenbereich ist derweil Wasserspaß angesagt. Alfred Wolters betreut eine mit Wasser gefüllte Zinkwanne, in der ein kleines Gefäß steht. Der ehrenamtliche Helfer verteilt Münzen an die Kinder. „Ihr müsst versuchen, die Münzen so ins Wasser zu werfen, dass sie im Gefäß landen“, erklärt er und macht es gleich vor. Statt aber in dem Pöttchen zu landen, trudelt die Münze daneben. Für die kleine Zara ist es ein Riesenspaß, die Ärmel hochzukrempeln und die Münze wieder heraus zu fischen. Danach versucht sie selbst ihr Glück. Bahra hat indes schon einen Treffer erzielt und freut sich riesig darüber. So manches Außenspiel wie Boule und Hula Hoop kommt unter der Überdachung ebenfalls zum Einsatz.

Und auch wenn das Wetter nicht mitspielt, so ist die Stimmung unter den Besuchern gut. „Es gibt viele Kontakte und man kommt sich näher“, lobt Nimet Said, die Flüchtlingsbeauftrage der Arbeiterwohlfahrt, die zu den regelmäßigen Gästen gehört.

Mehr von Westdeutsche Zeitung