Amazon: Die Detail-Planungen für Kempen laufen

Lokale Wirtschaft : Amazon: Die Detail-Planungen für Kempen laufen

Bei den Behörden geht es um das Verkehrskonzept des Konzerns. Mitarbeiter werden bereits im Internet gesucht.

Die Vorbereitungen für einen neuen Amazon-Logistikstandort laufen weiter auf Hochtouren. Inzwischen ist das frühere Gebäude von Naafi sowie später Wall-Mart und Clipper Geschichte. Anstelle der Hallen aus den 1970er Jahren, die nun vollständig abgerissen sind, plant der Online-Gigant Amazon einen großen Parkplatz für seinen neuen Standort am Industriering Ost  in Kempen. Wie berichtet, wird der amerikanische Konzern das neu gebaute Logistikzentrum an diesem Standort mieten. Dieses wurde vom Hamburger Investor Garbe gebaut.

Mehrere Behörden
im Beteiligungsverfahren

Das Tempo der Abriss-Arbeiten und die laufenden Vorbereitungen in der neuen Halle zeigen, dass Amazon keine Zeit verlieren will. Einen konkreten Zeitplan für das Projekt gibt es offiziell weiterhin nicht. Ein wichtiger Punkt, der noch zu klären ist, ist das sogenannte Verkehrskonzept zum Bauantrag von Amazon. Dabei gebe es noch „das eine oder andere Problem“, wie es Planungsamtsleiter Heinz-Peter Cox in der jüngsten Sitzung des Planungsausschusses ausgedrückt hat.

Auf Details ging der Amtsleiter in öffentlicher Sitzung jedoch nicht ein. Und auch im Nachhinein darf die Stadt Kempen in diesem Verfahren noch keine Einzelheiten verkünden. „Wir befinden uns zum Verkehrskonzept im sogenannten Beteiligungsverfahren“, sagt Stadtsprecher Christoph Dellmans auf Nachfrage der WZ. Zum Amazon-Konzept, wie viele Lkw wann und wo fahren sollen, würden derzeit andere Beteiligte (auch andere Behörden) um Stellungnahmen gebeten. Danach müsse entschieden werden, ob das Verkehrskonzept von Amazon für den Standort ausreichend ist. Wie viele Lkw pro Tag zu erwarten seien, kann die Stadt derzeit noch nicht sagen, weil es Bestandteil des Verfahrens sei. Ebenso offen sei, für welchen Zeitpunkt Amazon den Standort an den Start bringen will.

Im Sommer waren Vertreter von Verwaltung und Politik bereits zu einem Ortstermin in Düsseldorf. Dort konnten sich die Kempener auf Einladung ein Amazon-Verteilzentrum ansehen. In der Thomasstadt soll ein vergleichbares Zentrum für die Paketlogistik entstehen. Der Kempener Standort ist aber keinesfalls mit den großen Amazon-Zentren in Rheinberg (Kreis Wesel) oder Mönchengladbach zu vergleichen. Im Gladbacher Stadtteil Rheindahlen hat der Konzern kürzlich einen Standort mit 2000 Arbeitsplätzen eröffnet. In Rheinberg verfügt Amazon über ein 110 000 Quadratmeter großes Logistikzentrum mit etwa 1700 Angestellten. Wie bereits berichtet, ist der fertige Garbe-Neubau in Kempen „nur“ rund 22 000 Quadratmeter groß. Aus Kreisen der Politik erfuhr die WZ, dass in Kempen rund 800 Arbeitsplätze entstehen sollen.

Der Konzern selbst äußert sich nicht zu den laufenden Planungen. Das ist das Ergebnis einer WZ-Anfrage von Montag. Sichtbar ist allerdings, dass Amazon im Internet bereits nach Mitarbeitern für den Standort Kempen sucht.