Kempen : Ganz schön viel in Bewegung

Im Altstadtgeflüster geht es diesmal um kreative Hobbykünstler, sportliche Radler, gute Nachrichten für Bankkunden und einen kurzfristigen Konzerttipp.

Dem Flüsterer war aufgefallen, dass das schöne Gebäude am Viehmarkt-Eck mit der Praxis von Dr. Czupryna und der Vienhues-Biomarkt seit Mittwoch eingezäunt ist. Daraufhin hat er seine Ohren mal ganz genau nach rechts und links gehalten, was man dazu so hören kann.

Und tatsächlich wurde ihm zugetragen, dass das Haus an der Engerstraße unter Denkmalkontrolle gestrichen wird, das Holz an den Dachgauben erneuert und es zukünftig auch beleuchtet werden wird. Ende Oktober sollen die Arbeiten dann fertig sein.

Was das Licht angeht, wird es eine Proben-Illumination geben, damit das Denkmalamt dem auch zustimmen kann und es nicht zu hell und zu dunkel ist. Es soll ja schließlich schön werden für Kempen. Oder wie ein Passant beim Vorbeigehen meinte: „Das hat es auch verdient. Es ist ein ehrwürdiges Haus – und schon eine Weile alt.“

2 G - ja oder nein

Mitte der Woche setzte der Vorstoß des Landrats Andreas Coenen für die Anwendung der 2-G-Regeln kreisweit eine Debatte in Gang, ob das tatsächlich sinnvoll ist – ein spontanes Diskussionsthema für den Flüsterer bei Edoardo Tonel vom „Brustolon“-Eiscafé am Buttermarkt. „Man sollte erstmal abwarten“, war seine Meinung. „Ich persönlich hätte nichts gegen 2G. Aber ich glaube trotzdem, wir sollten bei 3G bleiben. Es gibt eine Reihe von Menschen, die sich nicht impfen lassen wollen - aus welchem Grund auch immer. Jedem das Seine. Es ist angebracht, dass sie sich weiter testen lassen.  Aber ihnen zu sagen, dass sie nicht mehr in Läden hineinkommen sollen, finde ich schon sehr hart.“

Tamim Rahimi vom „Osteria Campunni“  an der Kirchstraße klang da schon entschiedener: „Ich persönlich bin geimpft, finde es positiv.“ Seine Kunden, die er in den letzten Tagen bei sich begrüßen durfte, waren alle zu 100 Prozent geimpft, erzählte er.

„Es gibt die Freiheit für die Menschen, die sich nicht impfen lassen. Das hat sein Recht. Aber dann muss man auch die Konsequenzen dafür tragen, wenn ich nicht weiß, ob er Corona hat.“

Rauf aufs Rad

Wenn sich in der nächsten Zeit ein paar mehr Menschen mit Zweirädern durch die Altstadt und entlang des Ringes durch die Ortschaft schlängeln, dann hat das seinen Grund: denn am Donnerstag hat das bundesweite „Stadtradeln“ des Klima-Bündnisses vom 2. bis 22. September begonnen. Und Kempen ist das fünfte Mal mit dabei.

Ziel der dreiwöchigen Aktionsphase ist es, privat und beruflich möglichst viele Kilometer mit dem Rad zurückzulegen und in einem Kilometer-Buch online einzutragen, über die Stadtradeln-App einzugeben oder an die städtische Mobilitätsmanagerin Anne Koller (anne.koller@kempen.de) weiterzugeben. 

Bisher haben sich 24 Teams mit so klangvollen Namen wie „Candle-Bikerinnen“, „Radeln und Yoga“, “Moses-Verlag“ oder „Hells Angels“ angemeldet, auch Biker*innen aus den Parteien, der Stadtverwaltung und den Schulen beteiligen sich, dazu einige offene Teams.

Offizieller Auftakt in Kempen ist am kommenden Dienstag mit einer geführten zweistündigen Radtour des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Krefeld-Viersen, der um 17 Uhr auf dem Buttermarkt vor dem Rathaus startet. Aber auch bei dieser Tour wie bei allen anderen gilt: auf Corona-, Hygiene-und Abstandsregeln achten. Um Anmeldung wird unter rad@kempen.de gebeten. Die Anzahl der Plätze ist begrenzt.

Und wer grundsätzlich Lust hat, kann sich gerne noch unter www.stadtradeln.de/kempen anmelden.  Klimaschutz und zugleich die eigene Fitness fördern – keine schlechte Kombination. Jeder Kilometer zählt !

Schönes aus Glas

Die verschiedenartige Schönheit von Glas gibt es ab Freitag bis zum 28. September in den Schaufenstern des Kempener Rathauses zu sehen. Denn dann werden die Glasobjekte der VHS-Schüler des Kurses „Glasfusing“ der Dozentin Klaudia Hummen gezeigt. Zu sehen sein werden Arbeiten von Silvia Becker, Ursula Döhrn, Michael und Veronika Kery, Monika Neuhaus und Claudia Rothe, Monika-Schmidt Liffers, Petra Seinecke und Lisa Wilms.

Eine richtige Vernissage gibt es nicht, aber alle Beteiligten hoffen darauf, dass ihre tollen Objekte Anklang finden. Manche der Ausstellenden sind schon paar Jahre dabei, andere am Anfang. „Die Arbeit ist ein großes Erlebnis mit ihnen. Sie sind immer neugierig, Glas wirklich auch zu erfahren. Da passiert viel“, sagt Hummen, die einfach nur stolz auf ihre Schüler ist.

Eine gute Nachricht

Für viele Menschen in der Altstadt und der Stadt ist die Deutsche Bank eine feste Institution: Seit 1964 betreut sie Kunden in Kempen, zunächst in ihrer Geschäftsstelle am Buttermarkt und seit Februar 1992 an der Engerstraße 42. Die Ankündigung im Frühjahr, dass die Filiale in Kempen geschlossen werden soll, kam weder bei der Stadt noch bei den Kunden gut an. Von dem „Verlust eines Stücks Identität“ war da die Rede. Die Tore der Filiale werden sich jetzt am 22. November schließen – aber zugleich wird an diesem Tag 300 Meter weiter am Donkwall 49 eine Finanzagentur der Deutschen Bank unter der Leitung von Andreas Hofmann eröffnen.  Drei der vier Mitarbeiter kommen von der Engerstraßen-Filiale mit an den neuen Standort.  „Die Kunden aus Kempen und Umgebung können von uns die persönliche Beratung sowie das ganze Spektrum der Produkte und Dienstleistungen der Deutschen Bank erwarten, ohne weite Wege in Kauf nehmen zu müssen“, so Hofmann.

Zur Bargeldversorgung stehen die 500 Meter entfernten Geldautomaten der Postbank am Moorenring 1-5 zur Verfügung. Zudem wird bis Mitte November ein SB-Terminal der Deutschen Bank in die Postbank integriert. Bis zum 19. November 2021 können Kunden der Deutschen Bank weiterhin die Selbstbedienungszone mit Kontoauszugsdrucker und Geldautomaten an der Engerstraße 42 in Kempen nutzen.

„Wir haben 2020 gesagt, dass wir aufgrund der veränderten Kundenbedürfnisse das Filialnetz um 100 Standorte auf 400 bis Ende 2021 reduzieren. Wir haben aber zugleich gesagt, als wir im Mai die konkreten Standorte veröffentlicht haben: wir prüfen hier und dort, mit einer Finanzagentur oder einem SB-Bereich weiter zu machen“, sagte ein DB-Sprecher. Und für Kempen habe man sich entschieden, mit einer Finanzagentur weiterzumachen, „was natürlich ein Bekenntnis zum Standort Kempen ist. Wir zeigen Flagge in Kempen und auch für den Innenstadtbereich in Kempen.“

Für Kurzentschlossene

Diejenigen, die heute abend noch nichts vorhaben und klassikaffin sind, haben vielleicht noch die Chance, den Schubert-Zyklus „Die schöne Müllerin“ mit dem Bariton Andre Schuen in der Paterskirche ab 20 Uhr zu hören. Einige Tickets für 16,50 Euro sind Stand Freitag noch zu bekommen. Einfach an der Abendkasse nachfragen und genießen, wenn´s klappt.