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Altstadt-Geflüster: Händler halten am Buttermarkt fest

Altstadt-Geflüster : Händler halten am Buttermarkt fest

Um das Streitthema Weihnachtsmarkt geht es auch im Altstadt-Geflüster. Außerdem um eine CD-Aufnahme in der Kempener Paterskirche.

In der gefühlt bislang heißesten Woche des Jahres redet die ganze Stadt über den Weihnachtsmarkt: Werbering und Politik haben sich ordentlich in der Wolle – nur die Marktbeschicker sind noch nicht zu Wort gekommen. Das will der Flüsterer ändern. Kurz zur Vorgeschichte: Der Werbering wünscht sich ab 2021 einen Weihnachtsmarkt nicht nur am Wochenende, sondern Platz für eine Alm-Hütte für rund 150 Menschen und Stände auf dem Buttermarkt von Dienstag bis Sonntag. Das würde bedeuten, dass der Wochenmarkt im Dezember dienstags und freitags ausweichen müsste. Davon sind die Marktbeschicker alles andere als begeistert.

„Sind hier die Sündenböcke“

Anfang letzten Jahres habe man sich schon einmal dazu unterhalten, erinnert sich Nina Nothofer, die mit dem Wagen ihrer Metzgerei regelmäßig in Kempen steht. Im November sei man am „Runden Tisch“ zu dem Ergebnis gekommen, dass der Weihnachtsmarkt auf den Burgparkplatz ziehen könnte. Als das Thema dann wieder aufkam, seien die Markthändler an Politik und Verwaltung herangetreten. Erst dann habe der Werbering sie zu einem Gespräch eingeladen – ohne Politik und Verwaltung. Das hatten die Markthändler abgelehnt. Der Werbering bringe die Marktbeschicker nun in ständigen Rechtfertigungszwang, so Nothofer. Man werde schon von Kunden gefragt, warum man so engstirnig sei. „Wir sind nun die Sündenböcke. Das kann es ja nicht sein“, sagt Heike Hildebrand, die einen Blumenstand auf dem Wochenmarkt betreibt. Schließlich sehen sich die Markthändler durch die Politik unterstützt. „Es gibt einen Beschluss. Wie oft müssen denn noch Gespräche geführt werden?“, fragt sich Nina Nothofer. Für die Marktleute sei der Advent die umsatzstärkste Zeit des Jahres. Jeder verlegte Wochenmarkt führe zu Umsatzeinbußen von rund 30 Prozent. Vier Wochen im Advent umzuziehen, sei daher keine Option. „Die Kunden wünschen den traditionellen Standort hier mitten in der Stadt“, stellt Nothofer fest. Für eine „mobile Kneipe“ wolle man darauf nicht verzichten. Das Argument des aufwendigen Auf- und Abbauens für Weihnachtsmarktbetreiber wollen die Händler ebenso wenig gelten lassen. Schließlich tun sie das auch zweimal in der Woche in Kempen. Das ganze Jahr stehe man bei Wind und Wetter auf dem Markt. Zudem erinnern die Händler daran, dass sie an den Markttagen ein wichtiger Kundenmagnet für die Altstadt sind.

CD-Aufnahme in der Kirche

Viele Konzerte hat es in der Paterskirche in den vergangenen Monaten wegen der Corona-Maßnahmen nicht gegeben. Doch in dieser Woche waren öfter Orgelklänge aus dem Kulturforum zu hören. Denn CD-Aufnahmen standen an. Dafür wurden Stühle und Teppiche ausgeräumt. In der Kirche waren viele Mikros aufgebaut und die Sakristei wurde in ein Tonstudio umgewandelt. Es wurde wieder Zeit für eine neue CD mit Stücken, die auf der König-Orgel gespielt wurden. Da der Tonträger, der zur Wiedereinweihung der König-Orgel aufgenommen worden war, mittlerweile ausverkauft ist. Dies teilt Organistin Ute Gremmel-Geuchen mit. Zusammen mit der der Barockviolinistin Annegret Siedel aus Hamburg spielte sie Werke von Bach ein. Bei den Kompositionen handelt es sich um sogenannte Transkriptionen; also Werke, die ursprünglich für eine andere Besetzung geschrieben wurden, nun jedoch adaptiert werden für die Besetzung Orgel und Violine.

Bach-Werke in neuem Gewand

„Der Zuhörer darf also gespannt darauf sein, manches bekannte Bach’sche Werk in neuem Klang zu hören“, sagt Gremmel-Geuchen. Die Aufnahme wird vom Tonmeister Christoph Martin Frommen für das Label Aeolus vorgenommen, mit dem die Kempenerin schon häufiger zusammengearbeitet hat. Zuletzt hat sie 2013 an einer Gesamtaufnahme des Bach’schen Orgelwerks mitgewirkt, die mit dem Echo Klassik Preis ausgezeichnet wurde. Die CD mit dem Titel „Copyright Bach“ soll nach Möglichkeit noch vor Weihnachten auf den Markt kommen und dann auch im Kulturforum erhältlich sein. Ein Konzert mit einer Präsentation der CD ist für im Mai 2021 geplant.

Vorster Straße wieder frei

Eine Mitteilung aus dem Rathaus gab es zwar nicht, aber der Flüsterer hat es am Freitagmorgen mit eigenen Augen gesehen. Die Kreuzung Vorster Straße/Altstadtring ist wieder frei. Nach wochenlanger Sperrung wegen Bauarbeiten kann man von dort nun wieder die Innenstadt verlassen und ebenso den Kern der schönsten Stadt am Niederrhein erreichen.