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Altstadt-Geflüster: Graffiti-Kunst am Buttermarkt

Altstadt-Geflüster : Graffiti-Kunst am Buttermarkt

Von Umzügen, Neustarts und Baustellenkunst weiß der Altstadtflüsterer in dieser Woche zu berichten.

„Dürfen die das?“, fragt ein junger Beobachter des Treibens auf dem Buttermarkt am Donnerstag überrascht. Ja. Sie dürfen. Bürgermeister Volker Rübo hatte grünes Licht gegeben, dass die Jugendlichen einer Baustellenwand mit Hilfe von Spraydosen auf dem Buttermarkt ein frisches Aussehen geben dürften. Auch Bauunternehmer und Eigentümer hatten zugestimmt. Im Rahmen der Ferienaktionen der städtischen Jugendtreffs ist ein cooles Graffiti mit Kempen-Schriftzug und Skyline entstanden. Bei der Einweihung der Straßenbahn „Gleis 3“ an der Berliner Allee war das Graffiti-Projekt gestartet, das mit der Buttermarkt-Aktion nun in die vierte Runde gegangen ist. Unter Anleitung von Profis haben sieben Jugendliche das Kunstwerk vollendet.  In den kommenden Wochen sollen auch die anderen Seiten der Baustellenabgrenzung Farbe bekommen. Dazu legen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Jugendtreffs noch Termin fest. Hinter dem Bauzaun gehen die Neubauarbeiten am Haus Buttermarkt 10 unterdessen fleißig weiter.

Feinkost-Bistro stattt Fotostudio

Und auch zwei Häuser weiter wird eifrig gearbeitet. „Fotostudio Dörkes“ steht noch angeschlagen an dem denkmalgeschützten Gebäude am Buttermarkt 7, in dem viele Jahrzehnte die Löwen-Apotheke zu finden war. Das Atelier von Dörkes findet sich laut Homepage mittlerweile an der Dunantstraße im Kempener Norden und bittet dort nach Terminabsprache zum Shooting. Am Buttermarkt 7 ist Tim Grégoire handwerklich zugange. Er möchte dort Mitte August sein Feinkost-Bistro „Artischocke“ eröffnen. Den gebürtigen Troisdorfer führte das Eishockey-Spielen vor einigen Jahren an den Niederrhein – nach Krefeld. Die Freude am guten Essen motivierte den gelernten Groß- und Außenhandelskaufmann nun zum Schritt in die Selbstständigkeit. Dort kann man also bald mediterrane Köstlichkeiten, wie Antipasti, Salate oder Vitello Tonnato genießen.

Dekorationen kommen wieder

Auch an der Ecke Kuh-/Wambrechiesstraße sind die Handwerker aktiv. Inhaberin Marion Breuer-te Heesen hat dort ihr Geschäft „decoration” geschlossen und sich in den Ruhestand verabschiedet. Nachfolger stehen schon in den Startlöchern. Neben den schönen Deko-Artikeln soll es dann auch italienische Schuhe und Taschen in dem Lädchen geben, flüstert man. Im September/Oktober soll es losgehen.

Passiert was an der Passage?

Ende Oktober könnte dann an der Ellenstraße eine kleine Ära zu Ende gehen. Die Kündigung für die Atelierräume liegt auf dem Tisch von Künstler Wijo Heinen, der dort seit 2014 das Kempener Kunstzentrum in der Von-Broich-Passage führt und mit seinen Bildern trostlosen Leerstandsschaufenstern trotzt. „Ich suche jetzt etwas Neues. Aber es muss bezahlbar sein“, flüstert Heinen. Die Miete für ein richtiges Ladenlokal kann er mit seiner „Liebhaberei“, die die Malerei für ihn ist, nicht bezahlen. Wenn es in der Altstadt nichts gibt, vielleicht auch woanders. Ob sich da wohl nun mehr tut an der Von-Broich-Passage? Seit Jahren wird darüber geredet, dass die Von-Broich-Passage einem Neubau mit Ladenlokalen und Wohnungen weichen könnte. In den vergangenen Jahren sind bereits an der Stelle des ehemaligen Geschäftes Heitzer an der Ecke Ellenstraße/Hessenwall und an der Ellenstraße 15 Neubauten entstanden.

Kempener Rose zieht eine Tür weiter

Ein Umzug steht auch an der Judenstraße an. Barbara Sukatsch zieht mit ihrer „Kempener Rose“ aber nicht weit weg. Es geht in das Ladenlokal direkt nebenan, wo bis vor kurzem noch die Produktdesignerin und Möbelschreiner von „Gesagt Getan“ ihre Stücke gezeigt haben. Der Showroom in Kempen ließ sich zeitlich nicht mehr realisieren. Daher wird dieser nun mit der Schreinerei in Anrath zu finden sein. „Doch sicherlich werden wir in Zukunft weiterhin auf Festen und Veranstaltungen im schönen Kempen präsent sein“, heißt es auf der Homepage. Nun hat Barbara Sukatsch die Möglichkeit, sich mit ihren schönen Dingen für Haus und Garten etwas auszubreiten. Besonders freut sie sich, den Innenhof nutzen zu können und auch dort Pflanzen und schöne Gestaltungs-Ideen präsentieren zu können. Es wird eine kleine „Wäschetruhe“ mit Decken, Kissen, Schürzen und Co. geben. Und neben dem Landhausstil werden auch Retro- und Industrielook einziehen.