„Allen Grund Erntedank zu feiern“

Fast 500 Gäste kamen zum Gottesdienst im Museum Dorenburg, und noch mehr zum anschließenden Bauernmarkt.

Grefrath. Die Landfrauen und -männer, die den Altar mit der kunstvollen Stroh-Überdachung errichtet hatten, hatten im Freilichtmuseum die Voraussetzungen für einen gut besuchten Bauernmarkt geschaffen. Fast 500 Gäste kamen zum ökumenischen Gottesdienst. „Gegen 12.30 Uhr haben wir schon etwa 1500 Besucher gezählt“, sagte Museumsleiterin Anke Wielebski.

Sack- und tütenweise wurden Gemüse und Obst aus der Region mitgenommen. Der Run auf den Kürbis, die Kartoffel, die Porreestangen, auf Äpfel und Birnen begann nach dem Segen durch Pfarrer Johannes Quadflieg und Superintendent Burkhard Kamphausen. Für Gesang hatten die Kinder der Grefrather Tagesstätten gesorgt.

Von einem „Segen“ sprach in seinem Grußwort Landrat Andreas Coenen. Er erinnerte an die jüngsten Naturkatastrophen in der Karibik und in Mexiko, und fuhrt fort: „Wir haben hier wirklich allen Grund, Erntedank zu feiern.“ Ferner führt er aus, dass man weiterhin auf die sauberen Produkte der Landwirtschaft angewiesen sei. Klar sei es dabei wichtig, ergänzte Coenen, die hiesige Region zu unterstützen. „Die schönste Bio-Kartoffel ist doch nicht mehr ,bio’, wenn sie über die Autobahn von Mecklenburg bis nach Kempen gefahren wird.“ Coenen wünschte sich, dass Landwirte und Konsumenten verstärkt das Gespräch suchen, und dass die Bauern den Kindern zeigen, was im Kreis Viersen wachse und verarbeitet werde.

Und das ist eine ganze Menge. Mehr als 50 Stände waren auf dem Museumsgelände aufgebaut. Die zwölfjährige Laura streichelte eine Ziege. „Hat die einen Namen?“ fragte sie die Chefin der Vinkrather Hofkäserei, Bettina Konnen. „Nee, dann gehen uns die Namen schnell aus, denn wir haben derzeit etwa 400 Ziegen“, antwortete sie schmunzelnd. Jedenfalls brachte sie jede Menge verschiedener Käsesorten mit, sogar das Eis, aus Ziegenmilch hergestellt, schmeckte lecker.

An anderer Stelle gab Kartoffelbauer Leo Sieben (Clörath) eine Kartoffelsuppe aus, der Obsthof Fruhen (Tönivorst) unterschiedliche Apfelsorten. Am Stand der Bauernmetzgerei Erkens (Kempen) gab es Nackensteak und Krakauer gegrillt und heiß auf die Hand.

Sechs Ferkel kuschelten sich aneinander. „In ihrem Stall ist es wärmer, sie müssen sich erst einmal an die hier kälteren Temperaturen gewöhnen“, sagte Stefan Kochs, der in Grefrath einen Zuchtbetrieb hat. In einem Schweine-Mobil der Kreis-Bauernschaft wurde über moderne Nutztierhaltung informierte. Darin war eine kleine Schweinebucht mit einem elektronisch steuerbaren Futtergefäß. „Die Schweine müssen mitarbeiten, unten am Fuß ein Rad bedienen und drehen, damit das Futter in den Trog nachläuft“, so Kochs.

Es gab einen Bürstenmacher, der spezielle Bürsten für den Garten, für das Gemüse und sogar für die Steckdose mitbrachte. schö