Lichterfahrt der Hoffnung : Ein emotionales Erlebnis

30 Landwirte absolvierten eine atmosphärische Lichterfahrt der Hoffnung von Vinkrath nach Grefrath und sorgten für glückliche Gesichter.

Schon im vergangenen Jahr hatten Gregor Optendrenk und seine Mitstreiter mit ihrer „Lichterfahrt der Hoffnung“ für Begeisterung und Freude gesorgt. Und auch in diesem Jahr geriet die Trecker-Fahrt der Landwirte von Vinkrath über Mülhausen und Oedt bis nach Grefrath zu einer beeindruckenden Demonstration vorweihnachtlicher Gemeinschaft.

„Es war für uns alle sehr emotional“, konnte der Landwirt auch danach nur schwer Worte dafür finden, was sich an diesem Samstagnachmittag abgespielt hatte. „Die Leute am Straßenrand waren sehr bewegt. Alle waren freundlich am Winken, Kinder hüpften vor Freude. Das ganze Gefühl war positiv.“

Erneut hatten sich die gut 30 Landwirtinnen und Landwirte aus Grefrath und Umgebung sehr viele Gedanken gemacht, wie sie ihre Fahrzeuge dem Anlass gemäß ausstatten könnten und dabei eine Menge Zeit und Energie investiert.

Viele schöne Treckermotive waren zu sehen

Eines der bemerkenswertesten Modelle war der Trecker, der vorne am Frontschild Rentiere mit einem Schlitten gestaltet hatte, auf dem sich ein Nikolaus befand.

Über die Mörtelstraße und die Heide zog der Troß gegen 17 Uhr 30 in Richtung Eisstadion, bewegte sich an den beiden Kreisverkehren dann Richtung Mülhausen und machte am Haus Salus erstmals Zwischenstation. „Die alten Leute glücklich zu machen, ist uns wichtig. Deshalb stehen wir hier auch gesammelt. Das sind die Highlights der Tour“, so Optendenk.

Tatsächlich boten die Fahrzeuge dort ein wirklich beeindruckendes Bild. Via kontaktloser Übergabe ließen die Landwirte sowohl für die Bewohner als auch für die Pfleger jeweils einen Nikolaus da, der dann vor Ort verteilt werden durfte. „Die träumen natürlich davon, Normalumstände zu haben und auch mal Angehörige gerne dazu zu laden“, so der Landwirt. „Aber das ist unter den Bedingungen nicht möglich.“ Der Satz der Mülhausener Heimleiterin Marita Schulz „Karneval kann ruhig wegfallen, Hauptsache, ihr kommt nächstes Jahr wieder“ blieb einer der nachhaltigsten Gedanken an diesem Abend.

Auch am Altenheim in Oedt hielt der Zug später an. Den zahlreichen Coronafällen geschuldet, konnten die Bewohner nur einzeln am Balkon die Auffahrt verfolgen. Und diejenigen, die ihr Zimmer auf der Rückseite des Gebäudes liegen hatten, bekamen von der Lichterfahrt überhaupt nichts mit. „Das hatte uns die Heimleitung aber vorher schon mitgeteilt.“

Über Oedt ging es dann zum Abschluss nochmal durch die Grefrather Innenstadt. Dort fanden sich aber nur wenige Menschen auf den Straßen, auch weil man bewusst den Verlauf der Strecke aus Sicherheitsgründen im Vorfeld nicht bekanntgegeben hatte. Am Grefrather Eisstadion endete dann die gut vierstündige  Fahrt.

Ob die Lichterfahrt im Jahr 2022 ihre Fortsetzung finden wird, ist noch nicht ausgemacht. „Wir sind begeistert, müssen aber von Jahr zu Jahr schauen.“ Denn einerseits fahre man, um den Menschen einen Hoffnungsschimmer zu schenken, auf der anderen Seite aber auch, um auf die Probleme der Landwirte aufmerksam zu machen, die mit überbordender Bürokratie und Perspektivlosigkeit zu tun haben. „Man muss halt sehen, wie die Motivation im nächsten Jahr ist.“ Aber grundsätzlich wolle man nach den schönen Erfahrungen der vergangenen zwei Jahre durchaus wieder in die Planungen gehen.