AfD gründet gemeinsamen Verband Kempen-Grefrath

Nach eigenen Angaben hat die „Alternative für Deutschland“ in den beiden Kommunen 18 Mitglieder.

AfD gründet gemeinsamen Verband Kempen-Grefrath
Foto: Steffen/dpa

Kempen/Grefrath. Die Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) hat nach eigenen Angaben einen Stadt- und Gemeindeverband Kempen-Grefrath gegründet. Die Gründung sei am 19. Januar vollzogen worden. Das teilte die AfD der WZ am Sonntag in einer Presseerklärung mit. Der Grefrather Burkhard Laborius ist laut Mitteilung Sprecher des Verbandes. Die stellvertretenden Sprecher sind Olaf Kratzke (Kempen) und Peter Müller (St. Hubert). Letzterer war bereits bei der Bundestagswahl als Direktkandidat angetreten — allerdings in Krefeld. Beisitzer des Vorstandes sind Herbert Meiers-Fischer (Grefrath) und Marco Meusen (Kempen).

So weit die Informationen in der Pressemitteilung. Auf Nachfrage der WZ erklärte Olaf Kratzke, dass der Verband 18 Mitglieder hat. Sechs von ihnen seien aus Kempen. „Der Rest ist in Grefrath beheimatet“, so Kratzke. Bei der Gründungsversammlung, zu der die Presse nicht eingeladen war, seien zwölf Mitglieder anwesend gewesen.

Wo die Versammlung stattgefunden hat, teilte Kratzke auf Nachfrage nicht mit. Man habe sich in der „Geschäftsstelle“ getroffen. „Ort und Adresse werden wir nach den bisherigen Vandalismus-Erfahrungen gegen Privateigentum, Versammlungsstätten und AfD-Büros nicht veröffentlichen“, so der stellvertretende Sprecher. Interessierte könnten über die Internetseite mit den AfD-Vertretern in Kontakt treten (afd-viersen.nrw.de). Dort findet man derzeit (Stand: Montag, 17.30 Uhr) aber noch keine Informationen zum Kempen-Grefrather Verband. Lediglich zum Kreisverband, in dem Kratzke, Laborius und Müller laut Homepage ebenfalls im Vorstand vertreten sind.

Auf Anfrage teilte Olaf Kratzke der WZ mit, dass der im Juni 2016 gegründete Grefrather Gemeindeverband aufgelöst worden sei. Dieser sei im neuen gemeinsamen Verband aufgegangen. Zunächst benutzte Kratze in einer E-Mail den Begriff „Fusion“. Auf Nachfrage bestätigte er jedoch, dass es in Kempen noch gar keinen AfD-Verband gegeben habe. Es handele sich nun um „eine konstruktive Zusammenarbeit und gegenseitige Unterstützung“.

Auf die Frage, mit welchen kommunalpolitischen Themen sich der Verband beschäftigt, antwortete Kratze zum einen, dass die Zukunft der Kempener Burg ein Thema sei, mit dem sich der Vorstand befasse. In der Diskussion unterstütze die AfD „in großen Teilen“ den „Antrag“ der Initiative „Denk mal an Kempen“, die die Burg gerne in städtischer Hand sehen möchte. Thema der AfD sei ferner „die geplante Stromtrasse“.

In Grefrath will sich die AfD nach eigenen Angaben um „bedenkliche Verkehrsbedingungen in Oedt“ kümmern. Auf Nachfrage teilte Kratzke mit, dass Anwohner der Johann-Fruhen-Straße unter zu schnell fahrenden Lkw und Pkw litten.

Innerhalb des Kreises Viersen hatte sich im September 2016 auch ein Willicher Stadtverband der AfD gegründet. Die Westdeutsche Zeitung hat damals darüber berichtet. Seither sind die Mitglieder öffentlich nicht mehr in Erscheinung getreten.

Seit der Kommunalwahl 2014 war die AfD im Viersener Kreistag vertreten. Nach Streitigkeiten verließen die beiden Kreistagsabgeordneten Hermann Rubbert und Klaus Neutzling jedoch die Partei. Seit dem 1. Januar 2016 vertreten sie die „Freie Alternative“ im Viersener Kreistag.

In Nettetal zogen nach der Kommunalwahl 2014 drei AfD-Vertreter in den Stadtrat ein. Auch in der Seenstadt haben sich die Mitglieder der „Alternative für Deutschland“ zerstritten. Mit dem Ergebnis, dass derzeit mit Lothar Kronauer nur noch ein AfD-Vertreter im Stadtrat sitzt. Dirk Schlomski und Manfred Schmitz nehmen ihre Mandate nun innerhalb der „Blauen Fraktion“ wahr.

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