78,4 Prozent für den Kandidaten der Niederrhein-CDU

Europawahl am Niederrhein : CDU-Listenplatz 6 bestätigt: Berger kann für Brüssel planen

Stefan Berger aus Schwalmtal geht nun gestärkt in den Wahlkampf.

Stefan Berger kann allmählich mit der Wohnungssuche in Brüssel beginnen. Der Kandidat der Niederrhein-CDU für die Europawahl im Mai wurde am Samstag auf Platz 6 der Landesliste der Partei in NRW bestätigt. Dieser Platz gilt als sichere Eintrittskarte ins Europäische Parlament. Berger, der seit 2000 für den Kreis Viersen (Viersen, Willich, Schwalmtal) im Landtag sitzt, erhielt bei der Delegiertenversammlung in Siegburg 78,4 Prozent der Stimmen. „Ich freue mich sehr über das Vertrauen und freue mich nun umso mehr auf den Wahlkampf am Niederrhein für das wichtige Projekt Europa“, teilte Berger auf seiner Facebook-Seite mit.

Rund um die Person des 49-Jährigen aus dem Kreis Viersen war in den vergangenen Wochen einiges los. Denn bei der Vorab-Besetzung der Landesliste durch den Landesvorstand hatte sich Berger in einer Kampfabstimmung um Platz 6 gegen das EU-Urgestein der CDU, Elmar Brok, durchgesetzt. Der wohl bekannteste Europa-Politiker der Christdemokraten ließ daraufhin eine erneute Kampfkandidatur gegen Berger bei der Delegiertenkonferenz in Siegburg offen. Erst Mitte vergangener Woche folgte der Verzicht des 72-Jährigen.

Niederrhein-Platz blieb am Samstag in Siegburg unangetastet

Danach gab es weitere Spekulationen darüber, ob Broks Bezirksverband Ostwestfalen-Lippe (OWL) einen anderen Kandidatin gegen Berger ins Rennen schicken würde. Letztlich wurde dies wohl vor der Delegierten-Versammlung dadurch geregelt, dass der Verband OWL seine neue Kandidatin Birgit Ernst für Platz 7 ins Rennen schickte. So blieb der für den Niederrhein (Krefeld, Mönchengladbach, Kreis Viersen, Kreis Kleve, Kreis Wesel und Kreis Neuss) reservierte Platz 6 unangetastet. Und Bergers Gelassenheit vor der Versammlung bestätigte sich. „Der Niederrhein ist eine Hochburg der CDU und hat ein legitimes Recht auf Listenplatz 6“, hatte er am 10. Januar gegenüber der Westdeutschen Zeitung gesagt.

Durch die komfortable Listen-Absicherung Bergers dürften innerhalb des Kreisverbandes Viersen erste Nachfolge-Diskussionen für den Wahlkreis des Schwalmtalers beginnen. Nach einer Wahl Bergers ins EU-Parlament würde zunächst Hendrik Schmitz aus Aachen über die Landesliste ins NRW-Parlament nachrücken. Für die Landtagswahl 2022 wird dann im Kreis Viersen für einen der beiden Wahlkreise ein neuer Kandidat gesucht. Für den anderen Wahlkreis (Kempen, Grefrath, Nettetal, Brüggen) sitzt Parteivorsitzender Marcus Optendrenk im Landtag.

(tkl)
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