38 Grad? Es geht noch heißer!

Die WZ hat sich in Kempen nach den wohl heißesten Arbeitsplätzen umgeschaut. Fündig wurde die Redaktion unter anderem an der Marktgrill-Fritteuse.

Kempen. Durch die Hitzewelle werden alltägliche Aufgaben derzeit zur schweißtreibenden Angelegenheit. Der morgendliche Gang zur Arbeit kann da schnell zum Angang werden. Wie ist es aber, wenn der Arbeitsplatz auch an kühlen Tagen schon sehr warm ist? Und wie arbeitet es sich gerade unter freiem Himmel? Die WZ hat sich umgehört und dabei auch nach den wärmsten Arbeitsplätzen in Kempen gesucht — und sie auch gefunden.

38 Grad? Es geht noch heißer!

Der wohl heißeste Anwärter auf den inoffiziellen Titel ist der Marktgrill am Buttermarkt. „Normalerweise haben wir hier momentan Temperaturen von bis zu 60 Grad“, erzählt Besitzer Deniz Yilmaz, während er in den Kochbereich blickt. Auch bei 38 Grad im Schatten stehen er und sein Team vor der Fritteuse und verkaufen Pommes, Currywurst, Döner und was sonst noch so gewünscht wird.

38 Grad? Es geht noch heißer!
Foto: Friedhelm Reimann

„Ich trinke überdurchschnittlich viel Wasser, teilweise sieben bis acht Liter pro Tag“, so der Imbiss-Besitzer. Damit der Kreislauf immer mitspielt, haben er und seine Frau sich etwas einfallen lassen. „Wir haben nicht nur süße Getränke, sondern bieten auch Süßigkeiten an“, so Ardita Yilmaz. „Das liefert zwischendurch neue Energie.“ Allgemein werde im Moment mehr Salat verkauft als sonst. Aber auch Pommes und Würstchen gingen genauso häufig über die Ladentheke.

Ähnlich schwer haben es derzeit auch alle Handwerker und Bauarbeiter. Die Arbeit im direkten Sonnenlicht ist besonders kräftezehrend. „Im Moment ist das Wetter kein Geschenk. Wir sind schweißnass“, sagt Enrico Wittenberg, Mitarbeiter der Firma Hamelmann. Gemeinsam mit Flamur Redzepi erledigt er Pflasterarbeiten am Rande des Buttermarktes. Wegen der Hitze gelten für beide geänderte Arbeitszeiten. „Teilweise fangen wir schon um 6.30 Uhr an und können dann um 14 Uhr Feierabend machen. Viel bringt das aber nicht“, so Wittenberg. „Da bleibt nur, viel Wasser zu trinken.“

Etwas besser hat es da Nicole Wolfgart, Mitarbeiterin in der Landbäckerei Stinges im Klosterhof. Denn obwohl es neben den Öfen in der Backstube schnell sehr warm wird, ist die Arbeit gut auszuhalten. „Wir haben eine Klimaanlage, das ist sehr angenehm“, so Wolfgart. „Sobald der Ofen aufgemacht wird, kommt ein ganzer Schwall Hitze heraus. Das kann die Klimaanlage aber schnell wieder ausgleichen.“ Glück haben die Mitarbeiter der Stinges-Filiale auch, weil ihr Pflaumenkuchen keine ungebetenen Gäste anlockt. „Wir hatten noch nicht eine einzige Wespe hier“, erzählt Wolfgart. „Wegen der Klimaanlage sind die Türen auch immer geschlossen.“

Bei einigen Arbeiten hat die Wärme aber nicht nur Auswirkungen auf die Mitarbeiter, sondern auch auf die Waren. Bei Blumen Risse an der Engerstraße hat sich daher das Sortiment verändert. Ein Schild im Eingangsbereich weist alle Kunden darauf hin, dass Schnittblumen derzeit im Kühlraum und nicht im Verkaufsraum aufbewahrt werden. „Das Sortiment wurde angepasst. Es werden kaum Schnittblumen verkauft, Beetpflanzen gehen besser“, sagt Mitarbeiterin Katharina Giesen. „Sobald es wieder kühler ist, steht das gesamte Sortiment aber wieder zur Verfügung.“

Durch den erhöhten Wasserbedarf der Pflanzen muss sie in diesen Tagen einige Eimer mehr durch den Verkaufsraum tragen. „Im Moment sind es etwa fünf Zehn-Liter-Eimer pro Tag“, so Giesen. Eines verschönert ihren Arbeitstag aber immer wieder aufs Neue. „Der Gang ins Kühlhaus ist sehr angenehm“, verrät sie.