1000 Kinder trommeln im Eisstadion

2 500 Gäste verfolgten das Spektakel, an dem 28 Schulen aus dem gesamten Kreisgebiet teilnahmen.

Grefrath. Gespannt ist das Publikum in der Grefrather Eissporthalle. Rund 2500 Gäste drängen sich auf den Rängen und blicken gebannt in die Hallenmitte, wo nach und nach 1000 Kinder aus 28 Grundschulen des gesamten Kreisgebietes einmarschieren. Allein das ist schon ein Spektakel für sich. Begeisterte Kinder halten stolz die Schilder mit den Namen ihrer Schule in die Höhe und winken ins Publikum.

1000 Kinder trommeln im Eisstadion
Foto: Kurt Lübke

Gleich beginnt das größte Bildungsprojekt auf musikalischer Ebene — 1000 Kinder trommeln, machen Musik. Ralf Holtschneider, Leiter der Kreismusikschule, die das Event initiiert, betritt zusammen mit Musikern von „Splash — Percussion NRW“ unter Professor Stephan Froleyks die Bühne inmitten der 1000 Kinder. Diese haben zusammen mit ihren Projektleitern und Lehrern auf Stühlen Platz genommen.

„Das ist etwas Großes und Besonderes und ich bin gespannt, wie unser Projekt beim Publikum ankommt“, sagt Holtschneider und schwingt sogleich den Taktstock — beziehungsweise seine Hände. Unterstützt wird er dabei von Kreismusikschullehrer Achim Buschmann.

Gänsehaut macht sich beim Publikum breit, als 1000 Kinder durch Klopfen auf Brust und Oberschenkel Geräusche erzeugen. Die Dirigenten bringen sie dazu, mit ganzem Körpereinsatz Musik zu machen. Im Kanon singen die Schüler der zweiten bis vierten Klassen „Ananas, Nuss und Schokoladeneiscafé“ — heraus kommt eine überwältigende Stimmgewalt.

Und es geht weiter: „Hallo Leute aufgewacht, hier wird Rhythmus heut’ gemacht und ein bisschen nachgedacht“. Diese Musik geht unter die Haut. Mutig betreten junge Solisten die Bühne und führen den Rapp zur Melodie des Queen-Songs „We will rock you“ an. Beim darauf folgenden „Klangzauber“ stehen Small-Percussions im Mittelpunkt. Heißt: Die Kinder nehmen nun Instrumente dazu.

Jan Lankes, Veranstaltungsleiter des Eissportzentrums, bedauert, dass die Idee des Versuches, einen Eintrag ins Guinessbuch der Rekorde zu bekommen, nicht umgesetzt werden konnte: „Das ist ein immens großer bürokratischer und finanzieller Aufwand, der am Ende den Kostenrahmen gesprengt hätte.“

Den Kindern ist das nicht wichtig. Sie sind Teil des „Musikabenteuers für Kinder“, wie es die Veranstalter nennen. Monatelang haben die Acht- und Zwölfjährigen mit 60 Lehrern und Betreuern geprobt.

„Die Arbeit mit Schlag- und Rhythmusinstrumenten führt über die Körperarbeit zu einem positiven Körpererlebnis und einer Verbesserung der Sensomotorik“, sagt Holtschneider. Nach zwei Stunden geht dieses „Musikabenteuer“ zu Ende und hinterlässt beim Publikum und den teilnehmern ein großes „Wow“.