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Kampf gegen Toten Winkel

Kampf gegen Toten Winkel

Eine neue Aktion soll Radler im Straßenverkehr vor der Gefahr von Lastern warnen.

Kreis Viersen. Wenn sich ein Fahrer von Rainer Huppertens Spedition mit einem bis zu 22 Meter langen Lkw durch den Stadtverkehr quält, bedeutet jede Kreuzung Milimeterarbeit. Wenn dann noch ein Fahrradfahrer unbemerkt in den Toten Winkel des 50 Tonnen schweren Lastwagens fährt, wird die Situation brenzlig.

21 Unfälle, an denen ein Lkw oder Bus und ein Radler beteiligt waren, hat die Polizei im vergangenen Jahr im Kreis Viersen verzeichnet. Einer davon endete tödlich für den Fahrradfahrer.

„Es gibt keine Unfallschwerpunkte. Das macht es auch so schwierig, gezielt vorbeugende Maßnahmen zu treffen“, sagt Polizeihauptkommissar Martin Gennert, der für Verkehrsunfallprävention zuständig ist. Einziges Mittel sei es, Aufklärung zu betreiben. So werden regelmäßig Schüler der fünften und sechsten Klassen im Rahmen der Radfahr-Ausbildung für die Gefahr, die von Lastern ausgeht, sensibilisiert.

Gelbe Warndreieck-Aufkleber auf der Rückseite von Lkw sollen die Radfahrer im Kreis Viersen jetzt unmittelbar vor der Gefahr warnen. Die Kempener Spedition Hupperten ist die erste im Kreisgebiet, die sich an der Aktion von Kinder-Nothilfe und Kreispolizei beteiligt. „Zum Glück ist keinem unserer Fahrer so ein Unfall passiert“, sagt Rainer Hupperten. „Da wirst du nicht mehr glücklich.“

Mit weiteren Speditionen führt Martin Gennert derzeit Gespräche: „Wir wollen besonders Speditionen ansprechen, die viel in Städten unterwegs sind. Auf der Autobahn passieren solche Unfälle ja nicht.“ Sein Rat an die Fahrradfahrer: „Neben dem Lkw fahren ist tabu.“

Firmen, die Lkw im Fuhrpark haben, sollten möglichst viele Zusatzspiegel an den Fahrzeugen anbringen. Der Tote Winkel wird dann kleiner, aber verschwindet nicht komplett. „Natürlich ist auch das nicht die optimale Lösung, denn viele Spiegel lenken auch ab“, sagt Gennert.

Immer wieder auf die Gefahr aufmerksam machen, lautet deshalb die Devise der Polizei. Wie wichtig das ist, belegt der aktuelle Anstieg der Zahlen: In diesem Jahr gibt es bislang 26 Unfälle im Kreis Viersen.