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Hundewiese in Lobberich sorgt weiter für Ärger

Hundewiese in Lobberich sorgt weiter für Ärger

Nachbarn gefällt es nicht, dass die Hundebesitzer am Wirtschaftsweg parken.

Lobberich. Hunde können auf der Freilaufwiese in Lobberich-Dyck nach Herzenslust toben — vorausgesetzt, ihre Herrchen und Frauchen gelangen dorthin. „Wir wissen manchmal nicht, wo wir parken können, das ist ein unhaltbarer Zustand“, klagt etwa Klaus Seufert. Denn wenn der Vorsitzende des Vereins Hundefreilauf Nettetal und andere Hundehalter ihre Autos am Rand eines Wirtschaftsweges abstellen, gibt es Zoff mit den Anwohnern. Von wüsten Beschimpfungen, gar Handgreiflichkeiten berichten Vereinsmitglieder. Die Stadt Nettetal versucht immer wieder zu vermitteln, bislang vergeblich. Nun will die SPD-Fraktion helfen.

Anwohner

Die eingezäunte Fläche zwischen Wilhelmshöhe und dem Wasserwerk Lobberich ist umgeben von Wiesen und Feldern, in der Ferne ragt die Silhouette des Lobbericher Wasserturms auf, Halter spielen mit ihren Hunden. SPD-Ortsvorsitzende Tanja Jansen und Fraktionsvorsitzende Renate Dyck lassen sich dort von Vereinsmitgliedern die Probleme schildern. Ihre Autos sind am Rand des Wirtschaftswegs Dyck neben dem Abzweig Mühlenweg halb im Graben geparkt, lassen gerade noch Platz, dass ein Trecker durchfahren könnte. Über einen Trampelpfad geht es von dort gut 200 Meter zu Fuß übers Feld zum Freilauf.

„Die Stadt hat uns diese Parkmöglichkeiten benannt“, sagt Seufert. Schon vor Inbetriebnahme der Wiese hatte Klaus Ossmann vom Ordnungsamt festgestellt, am Weg „könnten ohne weiteres sechs Autos abgestellt werden“. Das sehen die Anwohner der Häuser an Wilhelmshöhe und Mühlenweg offensichtlich anders. „Da kommt doch kein Rettungswagen durch.“ Und: „Wir sind uns da einig, die Hunde und Autos nerven.“ Namentlich nennen lassen will sich kein Anwohner.

Klaus Seufert, Vorsitzender des Vereins Hundefreilauf

Genervt ist man offensichtlich auch im Rathaus. Anwohner liefen schon Sturm, bevor der Freilauf im vergangenen Jahr überhaupt eröffnet wurde: Ständig erhalte man Anrufe und Beschwerdebriefe, sogar mit Fotos von möglicherweise falsch geparkten Autos, dem müsse man dann jedes Mal nachgehen, heißt es. Der Verein ist um Einvernehmen bemüht, wirbt auf seiner Internetseite für „Rücksicht auf die Anwohner“, hält seine Mitglieder an, notfalls hinter der Bundesstraße 509 zu parken und ein paar hundert Meter zu laufen. „Wir suchen immer wieder das Gespräch mit den Anwohnern, da kommt nix bei rum. Ich wurde sogar schon mit erhobenen Fäusten bedroht“, sagt Seufert.

Für Jansen Gründe genug, neue praktische Lösungen zu finden: „Ich bin selbst seit kurzem Mitglied im Verein, es muss doch noch andere Parkmöglichkeiten geben.“ In einem Schreiben an den Bürgermeister bat die SPD „um Prüfung, an welcher Stelle ohne Kostenaufwand entsprechende Parkmöglichkeiten“ ausgewiesen werden könnten. Jansen schlägt konkret vor, dafür eine ehemalige Zufahrt ins Gelände von der Straße Wilhelmshöhe „wieder zu aktivieren“.

Doch bei der Stadt ist man skeptisch: „Das ist ja alles Wasserschutzgebiet, der Verein Hundefreilauf hat seine Fläche von den Stadtwerken gepachtet, aus wasserschutzrechtlichen Gründen sind da kaum Möglichkeiten“, sagt Erster Beigeordneter Armin Schönfelder. Die Stadtwerke selbst haben wohl am eigenen Wasserwerk oberhalb des Freilaufs kaum Platz. „Das Kontingent an Parkplätzen ist eingeschränkt“, warnen die Stadtwerke Besucher auf ihrer Internetseite.

Eine Lösung scheint vorerst nicht in Sicht, wie auch Vorstandsmitglied Alexander Dudel vermutet. „Wir wären natürlich für günstigere Parkmöglichkeiten dankbar, aber in erster Linie geht es uns darum, einfach nur unsere Hunde frei laufen lassen zu können“, sagt er.