Großreinemachen im NetteBad

Großreinemachen im NetteBad

Das Personal greift für den Frühjahrsputz zu Schrubber und Dampfreiniger.

Nettetal. Mit einem Frühjahresputz im eigenen Haushalt ist die Grundreinigung, die zurzeit im NetteBad stattfindet, nicht zu vergleichen. Bevor im Becken geschrubbt werden kann, muss dort erstmal Platz geschaffen werden. Das Wasser muss weg.

450 Kubikmeter fasst das 8x25-Meter-Becken — das Volumen entspricht der Menge von 450.000 Ein-Liter-Limonaden-Flaschen. „Es dauert rund zwei-einhalb Sunden, bis das Becken leer ist“, sagt Thomas Lamers, Betriebsleiter für das Schwimmbad an der Buschstraße und für die benachbarte Sauna Finlantis. Wohin geht das kühle Nass? „Direkt in den Kanal. Das ist gut für die Rohre“, sagt Sigrid Rautenberger, Sprecherin vom Badbetreiber Stadtwerke Nettetal. Da immer mehr Menschen so wenig Wasser wie möglich verbrauchen, werden die Kanäle nicht mehr ausreichend durchspült — und das sorgt bei den Netzinhabern oft für Probleme.

Seit Sonntag Abend ist das Becken leer. Seitdem beschäftigt sich das Team mit der einmal im Jahr angesetzten Grundreinigung. Der Termin ist bewusst auf die Karnevalstage gelegt: „Dann kommen keine Schüler, generell gibt es weniger Besucher“, sagt Thomas Lamers. Früher habe die Reinigung rund um Weihnachten stattgefunden. Doch dies sei kein günstiger Termin gewesen. Denn die Fachfirmen, die die technischen Anlagen prüften, waren dann nur schwer verfügbar.

Die Badwärterinnen Kristina Heyer, Anita Berger und Petra Tepel greifen dabei klassisch zum Wischer oder zu Dampfreiniger und Spezialmaschinen. Kommt im NetteBad auch ein Schlauchboot zum Einsatz, um auf einem niedrigen Wasserspiegel Fliesen zu inspizieren und Fugen zu säubern? „Nein“, sagt Bademeister Peter Heyer. „Das habe ich noch immer zu Fuß erledigt.“

Heyer ist seit 1997 im NetteBad tätig, hat zuvor seine Ausbildung in Mönchengladbach gemacht und in dortigen Bädern gearbeitet. Dann wechselte er an die Schwimmstätte in seinen Wohnort. „Ich habe hier selbst als Sechs-Jähriger schwimmen gelernt“, erzählt der Kaldenkirchener. Wenn er heute in Kalenkirchen oder auch in den Nachbarkommunen unterwegs ist, kann er das nicht, ohne immer wieder „Hallo“ zu sagen. „Viele Kinder erkennen mich und sprechen mich an“ erzählt er mit einem Lächeln. Besonders beliebt beim Nachwuchs ist die große Krake, die jeden Dienstag zum Spielenachmittag ins Wasser gelassen wird. Auch viele Kindergeburtstage werden in der Schwimmhalle gefeiert.

Doch ehe die Schwimmer am 4. März wieder ihre Bahnen ziehen können, muss noch einiges getan werden. „Größere Reparaturen an Fliesen und Fugen fielen jetzt nicht an“, sagt Thomas Lamers. Zu den Routinearbeiten zählen auch der Check der Filteranlage. Allein eine Tonne des alten Filtermaterials muss ausgetauscht werden.

Auch Pumpe und Heizung werde gewartet. Sobald das Wasser eingefüllt ist, wird die Qualität geprüft. Das Einlassen dauert länger, noch länger dauert es, bis es von 13 Grad auf 29 Grad erwärmt wird. „Da vergehen vier Tage“, sagt Peter Heyer.