Die Konjunktur kühlt weiter ab

Die Konjunktur kühlt weiter ab

Eine Umfrage der IHK unter 1000 Firmen am Niederrhein und in Düsseldorf sieht aber keine Anzeichen für eine Rezession.

Niederrhein. Gleich mit dem ersten Satz fasste Udo Siepmann die aktuelle Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammern Düsseldorf und Mittlerer Niederrhein bei über 1000 Unternehmen zusammen: „Wir sind noch mal mit einem blauen Auge davongekommen“, sagte der Chef der Düsseldorfer IHK. Damit bezog er sich auf die düsteren Prognosen vor einem Jahr: „Es ist längst nicht so schlimm gekommen, wie man es mitten in der Eurokrise erwarten musste.“

Das heißt aber nicht, dass alles gut ist. Tatsächlich hat sich die wirtschaftliche Lage auch zu Beginn des Jahres 2013 „weiter abgekühlt“, wie das die Konjunkturforscher nennen — und die Stimmung auch. „Eine Rezession ist aber absolut nicht in Sicht“, relativiert Rainer Növer, IHK-Geschäftsführer am Mittleren Niederrhein.

Die Ergebnisse im Detail: Die Geschäftslage insgesamt nannten 29 Prozent der Befragten „gut“, 15 Prozent „schlecht“. Und für die Zukunft erwarten 31 % eine Verbesserung, nur 22 % eine Verschlechterung.

Problematisch ist, dass die Auftragseingänge weiter rückläufig sind, das betrifft insbesondere die Vorleistungsindustrie (z.B. Metallverarbeitung für den Autobau). „Insofern sind auch keine Beschäftigungsimpulse zu erwarten“, sagt Növer. Personalabbau planen die Bauindustrie und der Einzelhandel. Obwohl der Bausektor dank weiter niedrigen Zinsen und ungebremster privater Baulust noch eine Stütze der Konjunktur ist.

Relativ gut sieht es auch im Großhandel aus, jedenfalls deutlich besser als im Einzelhandel, wo fast jeder zweite Betrieb 2012 über ein Umsatzminus klagte.

Risiken für die Konjunktur sehen viele Unternehmen vor allem bei den Energiepreisen und in der schwachen Binnennachfrage. Növer: „Als Sorgenkind Nummer eins hat das die Eurokrise abgelöst.“

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