Diabetes-Tag: „Sport gehört dazu wie Zähneputzen“

Diabetes-Tag: „Sport gehört dazu wie Zähneputzen“

Beim dritten Diabetes-Tag im städtischen Krankenhaus gab es viele Tipps und Ratschläge für Betroffene.

Lobberich. „Sport gehört dazu wie das tägliche Zähneputzen“, sagt Klaus Schmitz, Betriebsleiter des Gesundheitszentrum NetteVital am städtischen Krankenhaus in Lobberich. In seinem Vortrag über die „positiven Auswirkungen von Sport bei Diabetes“ referierte er beim 3. Diabetes-Tag im städtischen Krankenhaus. Dieser zog, wie schon die beiden Diabetes-Tage in den Vorjahren, viele Betroffen aber auch viele Interessierte an.

„Planen sie Bewegung fest in den Alltag ein, am besten zweimal pro Woche, also 100 Mal im Jahr,“ sagte Klaus Schmitz den Zuhörinnen und Zuhörern. „Verzichten sie auf Rolltreppen, Rasenmäher-Roboter, Auto und Aufzüge“, riet er und forderte zum Zufußgehen auf. Auch die bisherigen Ausreden sollten gestrichen werden, „jeder kann Sport treiben, fangen sie jetzt an“, forderte er die Zuhörer auf.

Zum weiteren Angebot gehörten verschiedene Informations- und Beratungsstände wie eine Ernährungsberatung, Demonstration von Wundbehandlungen oder Informationen zum richtigen Schuhwerk bei diabetischen Füßen. Empfehlungen hierzu gab Michael Deisen, Orthopädieschuhtechniker aus Krefeld. Die Ursachen diabetischer Fußprobleme zu erkennen, sei der erste Schritt, sagte er und beantwortete die Fragen der Besucher. Hier liegt ein Themenschwerpunkt des Patienteninformationstages, denn als anerkannte und zertifizierte Fußbehandlungseinrichtung verfügt das Haus über umfangreiche Erfahrungen bei der Behandlung dieser gravierenden Folgekomplikation des Diabetes.

Des Weiteren konnten Besucher durch Gesundheits-checks und Tests Aufschluss über ihr persönliches Diabetes- und Schlaganfallrisiko erhalten. Wie Matthias Cox, der das Angebot der Sebastian Apotheke gerne annahm. Er ließ seinen Blutzuckerspiegel bestimmen. „Ich bin seit 32 Jahren Diabetiker, ich steche mich neun Mal am Tag, viermal messe ich, fünf Mal spritze ich mich“, so der Rentner. Und Kuchen sei natürlich auch einmal drin, sagte er, „ich habe meinen Zucker gut im Griff“, setzte er hinzu. „Viele Menschen haben Angst davor, sich zu spritzen und eine negative Einstellung dazu“, so Apothekerin Barbara Picksak-Christmann. Dabei sei es bei regelmäßigen Kontrollen des Blutzuckerspiegels viel einfacher, den Insulinbedarf zu bestimmen, warf sie sein und informiert Interessierte.

Eine richtige und bedarfsorientierte Ernährung ist Grundlage jeder erfolgreichen Diabetesbehandlung“, erfuhr Magdalene K. aus Lobberich bei der Ernährungsberatung. So seien Pflanzenöle und Pflanzenmargarine besser statt Butter, Schmalz und Talg. Frisches, schonend gegartes Gemüse (gedünstet) oder tiefkühlgefrorenes Gemüse sei besser als Gemüsekonserven, erfuhr sie weiter. Und statt Pommes, Bratkartoffeln, Nudeln aus Auszugsmehl oder geschälten Reis sollte man Pellkartoffeln, Vollkornnudeln oder Vollkornreis zu sich nehmen. Die Lobbericherin war zwar noch nicht insulinpflichtig, doch wollte sie ihre Ernährung auf jeden Fall umstellen. „Das ist auch kalorienbewusster und auf jeden Fall gesünder“, sagte sie und wollte sich in einem weiteren Gespräch mit der Ernährungsberaterin über weitere Maßnahmen erkundigen.