Dezernate: Wagner will Entscheidung vertagen

Dezernate: Wagner will Entscheidung vertagen

Der Bürgermeister möchte erst im Juli statt im Mai im Rat über Zusammenlegung sprechen.

Nettetal. Als Armin Schönfelder vor zehn Jahren an den Niederrhein kam, lagen vor dem neuen Ersten Beigeordneten in Nettetal die Erfüllung der Leitziele Nettetal 2015+ und eine ganze Menge Arbeit. Im Besprechungsraum von Bürgermeister Christian Wagner (CDU) haben heute alle der elf aufgeführten Ziele einen grünen Haken. „Herr Schönfelder hat viel geschafft“, sagt Wagner. Zu den größten Themen, die Schönfelder in seiner Amtszeit anging, gehören die Strukturierung der Schullandschaft und die Gründung eines städtischen Jugendamtes 2012.

Ab August Schönfelder Erster Stadtrat in Wilhelmshaven. „Die Bewerbung hat persönliche Gründe“, sagte er nach Bekanntwerden. Er lebt mit seiner Frau in Nettetal, hat aber zudem Familie in Niedersachsen. Auch sei die neue Stelle „sehr reizvoll“, weil zu seinen Aufgaben auch das Rechts- sowie das Personal- und Ordnungsdezernat gehören. Damit einher geht ein finanzieller Sprung.

Den Vorschlag der WIN-Fraktion, mit Schönfelders Wechsel die vier Dezernate zu bündeln, sieht Wagner indes skeptisch: „Man macht nicht einfach nebenbei die Arbeit der anderen.“ Man wolle nun in Ruhe darüber nachdenken, und zwar bei der Verabschiedung Schönfelders in der Ratssitzung am 12. Juli. Darum will Wagner in der nächsten Sitzung am 17. Mai beantragen, den Punkt von der Tagesordnung zu nehmen.

„Dann bleibt kaum noch Zeit, die Strukturen zu ändern“, sagt Hajo Siemes (WIN): „Damit hat er den Antrag inhaltlich abgelehnt.“

Siemes’ Vorschlag, die Technische Beigeordnete Susanne Fritzsche zur Nachfolgerin von Schönfelder zu machen, traf diese überraschend. „Ich wusste davon nichts“, sagt sie: „Und ich finde, das ist nicht der richtige Weg, um über ein solches Thema zu diskutieren.“