Der Weg der entsorgten Weihnachtsbäume im Kreis

Der Weg der entsorgten Weihnachtsbäume im Kreis

Als Biomasse taugen die Bäume nicht, vor allem nicht wegen des Harzes, das sie absondern.

Kreis Viersen. Seit dem Dreikönigstag ist traditionell die Zeit des Weihnachtsbaums vorbei. Denn egal ob groß oder klein, gerade oder individuell gewachsen, mit Kerzen oder Lichterkette beleuchtet, mit Lametta oder ohne, jeder Baum fängt irgendwann an zu nadeln und muss aus der Wohnung raus. Dabei sind Menschen durchaus kreativ, was die Verwendung des Nadelholzes angeht: Vielerorts gibt es Jux-Veranstaltungen wie Tannenbaumwerfen, oder die Nadelhölzer werden in großer Winterfeuern verbrannt. Doch was passiert mit den zigtausenden Weihnachtsbäumen hier im Kreis Viersen, die einfach an den Straßenrand gelegt werden? In Viersen hat das Abfallunternehmen Remondis die meisten Weihnachtsbäume bereits eingesammelt. „Es fehlen nur noch einzelne Straßenzüge“, sagt Sprecher Michael Schneider.

Kristiane Helmhold, Sprecherin der EGN

Durch das Blitz-Eis sei es zu Verzögerung gekommen, aber bis Ende der Wochen sollen alle Weihnachtsbäume abtransportiert werden. So weit ist die Entsorgungsgesellschaft Niederrhein (EGN), die sich um den Abfalltransport in den Kommunen Nettetal, Schwalmtal und Brüggen kümmert, noch nicht. Am Freitag und Samstag läßt sie die Bäume einsammeln.

„Wichtig ist, dass die Weihnachtsbäume komplett abgeschmückt sind“, erklärt Kristiane Helmhold, Sprecherin der EGN. Außerdem sollten sie nicht länger als 1,50 Meter sein, längere Exemplare sollten durchgesägt werden. Beim Einsammeln bemerken die Müllmänner durchaus einige Moden beim Weihnachtsschmuck. „Es hängt kaum noch Lametta an den Bäumen, stattdessen werden Naturmaterialien verwendet“, berichtet Helmhold , aber erinnert noch einmal daran, allen Schmuck vor dem Ablegen zu entfernen.

Mehrere Lkws sind beim Abtransport im Einsatz, die jeweils bis zu 4000 Kilogramm laden können. Rund 20.000 Bäume werden an zwei Tagen in Nettetal, Schwalmtal und Brüggen eingesammelt, schätzt Helmhold. „Erfahrungsgemäß hat jeder zweite bis dritte Haushalt einen Baum.“ Sowohl Remondis als auch die EGN bringen die Bäume zu Kompostierungsanlagen. Dort werden die Nadelbäume auf großen Haufen gestapelt und nach und nach klein gehäckselt.

Im Kompost landet das zerkleinerte Material allerdings nicht. „Nadelhölzer lassen sich nicht gut kompostieren“, erklärt Schneider. Vor allem wegen der Nadeln und des Harzes. Stattdessen werden die Tannenbäume-Reste als Biomasse weiterverwendet. „In Biomasse-Kraftwerken werden sie verfeuert und produzieren so Wärme und Strom“, sagt der Remondis-Sprecher. Die Weihnachtsbäume tragen also dazu bei, dass wir es im Winter warm haben.