Der Obstbaumeister bereitet sich für den Frühling vor

Der Obstbaumeister bereitet sich für den Frühling vor

Ob Äpfel, Erd- oder Himbeeren — auch im Advent haben die Profis ihre Pflanzen im Blick.

Niederrhein. Auch wenn die Gedanken an eine Obstblüte im Moment eher weit weg liegen — die Obstbauern am Niederrhein legen jetzt schon die Grundlagen für das, was im kommenden Frühjahr vitaminreich in unseren Küchen liegen soll. Schon lange abgeschlossen sind so zum Beispiel bei Obstbaumeister Frank Mertens vom Obsthof Mertens die Pflanzarbeiten für die Erdbeer-Ernte 2015.

Bis vor wenigen Wochen hat der Willicher noch von den in den Treibhäusern oder in Substrat wachsenden Pflanzen rote Früchtchen geerntet. Und schon seit August sind die Pflanzen der frühen Sorte Clery im Boden. Sie werden später „übertunnelt“, damit sie möglichst bald erntereife Früchte tragen.

„Wenn das erste Frühjahrshoch kommt, werden wir die Bögen mit Folie überziehen, um schon die erste Wärme zu halten“, erklärt Mertens. Auch die Bereiche, in denen die Ernte durch schwarze Folie geschützt früher heranreift, sind vorbereitet: Folie und Sandsäcke zur Beschwerung liegen bereit. Wenn der Frost kommt, wird die Folie ausgebreitet.

Die Apfelernte ist nicht nur in der „Apfelstadt“ Tönisvorst Anfang November mit der Ernte der späten Sorte Braeburn zu Ende gegangen. Jetzt werden die ersten groben Lichtungsschnitte in den Apfel- und Birnenplantagen gemacht. Zeit für die Feinschnitte ist es, wenn die Blätter abgefallen sind. Der Baum wird so beschnitten, dass Ebenen entstehen, die Blüten und Früchte im nächsten Jahr optimalen Lichteinfall bieten.

Mertens Rat: Kleinere Äste sollte auch der private Obstbauer besser abreißen: So lösen sich die Zellen voneinander. Bei einem Schnitt werden die Zellen durchtrennt, dann heilt die Wunde schlechter und wird anfällig für Pilzbefall.

Apfel- und Birnenbäume tragen zwischen zwölf und 15 Jahre, jedes Jahr tauscht Mertens etwa zehn Prozent des Bestandes gegen neue Bäume aus. Sie kommen aber erst Mitte des nächsten Monats aus der Baumschule, weil die Jungpflanzen vor dem Ausmachen komplett in der Winterruhe sein müssen.

Ob sie noch in diesem Jahr oder im nächsten Frühjahr gepflanzt werden, entscheidet Mertens auf Basis der Wetter-Vorhersage. Muss er sie bis zum Frühjahr lagern, werden sie in Furchen gestellt und die Wurzeln mit Erde gegen den Frost geschützt.

Arbeitsintensiv sind die Vorbereitungen in den Himbeer-Kulturen. Die Ruten, die in diesem Jahr Früchte getragen haben, sind bis auf den Boden zurück geschnitten worden. Die Ruten, in diesem Jahr noch ohne Früchte gewachsen, werden auf einer Höhe von 2,30 Metern an ein Rankgerüst gebunden. Im Frühjahr werden sie auf zwei Meter gekürzt, weil der oberste Teil des Triebs schlecht versorgt wird und daher nur kleine Früchte bringen würde.

Doch zunächst steht bei Mertens dieses Thema im Vordergrund: Weihnachtsbäume.

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