Brunnenwasser weist viel zu hohe Nitratwerte auf

Brunnenwasser weist viel zu hohe Nitratwerte auf

Gewässerschützer haben 19 Proben aus Privathaushalten untersuchen lassen.

Kreis Viersen. Der Verein zum Schutz des Rheins und seiner Nebenflüsse (kurz: VSR Gewässerschutz) legt für den Kreis Viersen schlechte Ergebnisse vor. Anhand von Brunnenwasserproben haben die Mitarbeiter viel zu hohe Nitratwerte im Grundwasser festgestellt.

Die Proben hatten Menschen aus der Region bei einer Informationsveranstaltung der VSR Gewässerschutz Anfang Juli in Nettetal abgegeben. In fast jeder zweiten untersuchten Probe lag die Nitratkonzentration oberhalb des Grenzwertes der deutschen Trinkwasserverordnung von 50 Milligramm pro Liter, teilte nun der Verein mit.

Ergebnis des VSR Gewässerschutz

Insgesamt 19 Wasserproben aus privat genutzten Brunnen nahmen Lina Remme, Mitarbeiterin im Bundesfreiwilligendienst, und Harald Gülzow, Projektleiter, entgegen. Diese stammten aus Grefrath, Viersen, Niederkrüchten, Schwalmtal, Nettetal und Brüggen.

Der Verein nennt als Grund für die hohen Belastungen die intensive Landwirtschaft. Diese habe sich in den vergangenen zehn Jahren immer weiter ausgebreitet, während die umweltverträglichere Form — der ökologische Landbau — kaum habe wachsen können.

Die Mitglieder vom VSR-Gewässerschutz fanden bei den Untersuchungen 234 Milligramm Nitrat pro Liter in einem privat genutzten Brunnen in Brüggen-Bracht. Weitere mit Nitraten stark verschmutzte Brunnen stellten die Umweltschützer in Nettetal-Kaldenkirchen mit 124 Milligramm pro Liter, in Nettetal-Hinsbeck (88), in Nettetal-Lobberich (95), in Viersen-Hausen (64) und in Viersen-Bockert (63) fest. Das Wasser sei wegen der Überschreitung der Nitratkonzentration entsprechend der Trinkwasserverordnung nicht zum Trinken geeignet, urteilen die Experten. Auch sollte das Brunnenwasser nicht zum Befüllen eines Teichs genutzt werden, da Pflanzen und Fische sterben könnten.

Die Kreispolitik will derweil den Missbrauch bei der Entsorgung von importierter Gülle auf heimischen Feldern bekämpfen. Dafür treffen sich am Freitag in Grefrath Vertreter der Kreis-CDU mit Politikern aus den Niederlanden. Red

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