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Biologische Station feiert in diesem Jahr ihren 30. Geburtstag

Biologische Station feiert in diesem Jahr ihren 30. Geburtstag

Ins Leben rief das Naturzentrum eine Gruppe von Vogelkundlern.

Hinsbeck. Die Biologische Station Krickenbecker Seen (BSKS) feiert in diesem Jahr das 30-jährige Bestehen. Vorläufer war eine kleine Arbeitsgruppe, die sich auf die Vogelbeobachtung und -zählung rund um die Krickenbecker Seen spezialisiert hatte. Heute ist das Gebiet, das die Mitarbeiter der Station betreuen, rund 3300 Hektar groß.

Die „Ornithologische Arbeitsgemeinschaft Krickenbeck“ (OAG) war 1970 ins Leben gerufen worden, berichtet Ansgar Reichmann, seit 2002 Leiter der Biologischen Station. Im März 1988 gründeten die Mitglieder den Trägerverein der BSKS. Ziel war die Professionalisierung der ehrenamtlichen Naturschutzarbeit. Ermöglicht wurde dies durch einen mit dem Kreis Viersen geschlossenen Betreuungsvertrag über die Naturschutzgebiete. Zwei Jahre später konnten hauptamtliche Mitarbeiter beschäftigt werden, 1992 wurde als Sitz das Holzhaus an der Krickenbecker Allee in Hombergen gebaut. Das Grundstück hatte die BSKS in Erbpacht von der Stadt Nettetal bekommen. Weil es bis dahin eine wilde Deponie gewesen war, musste zunächst eine Betonplatte in den Boden eingelassen werden.

Das Aufgabengebiet der BSKS wuchs stetig, etwa um das Brachter Depot, das bis 1996 als Munitionsdepot genutzt wurde. 1998 kaufte es die NRW-Stiftung zum größten Teil. „Die Übernahme damals war eine große Herausforderung, aber sehr wichtig für die Natur“, sagt der heutige Leiter der Station. Nach dem Weggang der Briten wurde die rund 1200 Hektar große Heidefläche nicht mehr betreut, wilder Wuchs machte sich breit.

Daraufhin wurden mit dem Kreis Viersen und Hilfe der Sparkassen-Stiftung 554 Moorschnucken angeschafft. Seitdem halten die Tiere die Heide in Schuss, drei Herden gibt es heute. Ein weiterer großer Akt war es laut Reichmann, aus dem Elmpter Schwalmbruch, einer ehemals nur noch 60 Hektar großen Gagelmoor-Landschaft, das heutige Naturerlebnisgebiet zu machen. „Man muss die Menschen lenken und es schaffen, sie für den Naturschutz zu begeistern“, sagt Reichmann. So gibt es gekennzeichnete Wege, einen Aussichtsturm sowie einen barrierefreien Bohlensteg.

In den 1990er-Jahren intensivierte die BSKS ihre Öffentlichkeitsarbeit, seitdem leiten die Mitarbeiter Führungen und halten Vorträge. 1996 kam das Info-Zentrum dazu. Dort zeigt die BSKS sich, ihre Arbeit und ihr Gebiet in einer Dauerausstellung, dazu gibt es wechselnde Ausstellungen. In der BSKS arbeiten heute fünf Biologen, zwei Mitarbeiter für Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen, zwei Mitarbeiter für das Info-Zentrum, zwei Sekretärinnen sowie ein Geograf. Zusätzlich gibt es in der BSKS jedes Jahr vier FÖJler (Freiwilliges Ökologisches Jahr) und zwei Bufdis (Bundesfreiwilligendienst).