Alles etwas anders beim Nachtelfmeterschießen

Alles etwas anders beim Nachtelfmeterschießen

Schaag. Normalerweise ist ein Elfmeterschießen das letzte Mittel im Fußball, um einen Sieger zu ermitteln. Nur wenn beide Mannschaften sich durch anstrengende 90 Minuten gekämpft haben und auch in der Verlängerung kein entscheidendes Tor gefallen ist, gipfelt eine solche Partie im Elfmeterschießen.

Bei den zweiten Schaager Dorfmeisterschaften im Nachtelfmeterschießen gilt jedoch ein etwas anderes Regelwerk. „Bei uns treten die Mannschaften direkt im Elfmeterschießen gegeneinander an, ohne vorher über den Platz zu hetzten“, erklärt der Jugendleiter des Sportvereins SuS Schaag, Marco Tüffers.

Zum zweiten Mal organisierte die Jugendabteilung das Nachtelfmeterschießen. „So können wirklich alle mitmachen. Egal ob jung und sehr sportlich oder eben etwas älter und bequemer“, sagt Tüffers. Das Teilnehmerfeld ist daher auch kunterbunt zusammengewürfelt. Nach dem großen Erfolg der Erstauflage im vergangenen Jahr sind bei der zweiten Auflage sogar 26 Mannschaften vertreten. Der Schützenverein, die Karnevalisten, Hobbyteams und Nachbarschaftsgemeinschaften aus Schaag machen mit. Ein richtiges Dorffest eben.

„Wenn alle anderen Vereine mit von der Partie sind, lassen wir uns natürlich auch nicht lumpen“, sagt Norbert Schneider von den Schaager Skatbrüdern. Einmal im Monat treffen sich die Herren zum Kartenspiel. Dieses Mal haben sie ihr Treffen einfach auf den Fußballplatz verlegt. Bevor aber das runde Leder gekickt wird, muss natürlich erst einmal eine Runde Skat gedroschen werden. „Wir spielen uns ein bisschen warm, bevor es zum Elfmeterpunkt geht“, lacht Norbert Schneider und legt seinen Trumpf auf den Tisch. „Vom Elfmeterpunkt haben wir bei unserer Treffsicherheit eigentlich keine gute Aussicht.“

Andere Mannschaften rechnen sich durchaus Siegchancen aus. Etienne Spee hat mit seinen Freunden aus der ehemaligen Jugendmannschaft eine Hobbytruppe gebildet. „Da sollten schon alle halbwegs gegen den Ball treten können.“ Aber ums Gewinnen geht es auch dem 30-Jährigen eigentlich nicht. Dieser Ehrgeiz ist ihm an diesem Abend fremd.

Vielmehr stehen das gemeinschaftliche Erlebnis und die besondere Atmosphäre im Vordergrund. Dann wird sein Team zum Elfmeterduell gegen das Frauenteam „Die Divas mit dem Gottesfieber“ aufgerufen. Um für Chancengleichheit zu sorgen, dürfen die Frauen aus neun Metern schießen, wohingegen die Herren auf knapp 22 Meter zurückweichen müssen.

Bei der After-Penalty-Party ist Organisator Marco Tüffers begeistert von dem Abend: „Unser Nachtelfmeterschießen ist eben mehr als nur Elfmeterschießen. Wir Schaager bringen es einfach mal wieder auf den Punkt.“