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50 Jahre Caudebec — Trio aus Nettetal von Beginn an dabei

50 Jahre Caudebec — Trio aus Nettetal von Beginn an dabei

Die Partnerschaft mit der französischen Stadt währt nun mittlerweile ein halbes Jahrhundert. Das wird mit einem Austausch gefeiert.

Nettetal. Vor 50 Jahren gehörte Änni Pielen (heute 85) zu den ersten Lobberichern, die sich für einen Austausch mit dem französischen Caudebec interessierten. „Ich hatte davon in der Zeitung gelesen und habe mich gemeldet“, erinnert sie sich. Zu gleich drei Familien nahm sie Kontakt auf. Daraus entstand eine Jahrzehnte dauernde Verbundenheit, Besuche und Gegenbesuche wechselten sich ab. „Ich weiß gar nicht mehr, wie oft ich in Caudebec war. Eine der Damen habe ich noch zu ihrem 95. Geburtstag besucht“, erzählt Pielen. Die Kinder einer anderen Gastfamilie waren im vergleichbaren Alter wie Pielens eigener Nachwuchs — auch das schaffte Berührungspunkte. Durch Lulu, die zur Freundin wurde, habe sie die französische Küche kennen und lieben gelernt: „Besonders lecker waren die Schnecken — und erst die Soße dazu“, schwärmt sie noch heute.

50 Jahre Caudebec — Trio aus Nettetal von Beginn an dabei

Horst Peschkes (75) hat über die Feuerwehr Verbindungen in die Normandie gefunden. Anlass sei das 100-jährige Bestehen des Löschzugs Lobberich gewesen. 1983 sei er dann mit Reinhold Heußen, Wolfgang Peschkes, Peter Alker und Heinz Josef Schotten erstmals 1200 Kilometer weit gereist, um die französischen Feuerwehrkameraden kennezulernen. Es sollte nicht die letzte Reise werden. „Mit dem Kommandanten Jean-Pierre Soudais verband mich sehr viel“, erinnert sich Peschkes. Beim ersten Treffen hätten sich beide sympathisch gefunden — und trotz schwieriger Verständigung hätte sich daraus eine Freundschaft entwickelt, die bis zu Soudais’ Tod währte. „Wir haben schöne Stunden verlebt“, so Peschkes. Nach seiner Erfahrung hänge der Erfolg des Austausches vom Engagement auf beiden Seiten ab: „Es muss jemanden geben, der sich darum kümmert.“

50 Jahre Caudebec — Trio aus Nettetal von Beginn an dabei
Foto: busch-

Günter Isenberg (81) ist ein großer Anhänger des Frankreich-Austauschs: „Durch persönliche Kontakte erhält man ein ganz anderes Bild eines Landes und der Menschen.“ Oft sei die Sprache ein Hindernis. Er selbst sei über seine Französisch-Kenntnisse aus der Schule zum Austausch gekommen. Durch seine berufliche Tätigkeit bei der Firma Niedick sei er viel gereist. Was für ihn ein unvergessliches Erlebnis ist: Als eine Delegation aus Nettetal nach Caudebec-en-Caux reiste und die Firma Niedick extra Samtkleider für eine Modenschau anfertigen ließ. Die kamen in einen großen Lastwagen — und los ging die Fahrt. „Fünf Mädels und fünf Männer wurden als Mannequins mitgenommen. Sie zeigten in der Stadt Kleidung aus Samt und Seide.“

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Foto: Red