Weihnachtshaus bleibt dunkel

Weihnachtshaus bleibt dunkel

Wegen privater Probleme wird es in diesem Jahr keinen Lichterglanz in Hilden geben.

Kreis Mettmann/Hilden. Die Lichter bleiben aus. Die Attraktion im Hildener Westen, das Hildener Weihnachtshaus, das im vergangenen Jahr noch mehr als 200000 Besucher aus ganz Deutschland und den Nachbarländern anlockte, wird in diesem Advent nicht im weihnachtlichen Lichterglanz erstrahlen. Die 160000 Lämpchen der Leuchtschriften, Lichterketten, Weihnachtsmänner und Rentierschlitten werden nicht ausgepackt. Ob es das Weihnachtshaus im nächsten Jahr wieder gibt, steht noch in den Sternen.

"Familiäre Gründe" gibt Uwe Bajorat (44) für seine Entscheidung an, die ihm nicht leicht gefallen ist. Gerne hätte er die inzwischen 14Jahre währende Tradition auch in diesem Jahr fortgeführt. Aber es herrscht Rosenkrieg im Hause Bajorat. Ehefrau Sabine ist mit den Kindern ausgezogen - samt dem auf ihren Namen angemeldeten Gewerbe. Schweren Herzens verzichtet Bajorat deshalb auf die Attraktion, die für den Hildener Stadtmarketing-Chef Volker Hillebrand eine "sensationelle, überregionale Bedeutung für Hilden" hat.

14 Jahre in Folge hatte sich das Haus des Dachdeckers an der Siemensstraße zur Weihnachtszeit für vier Wochen in ein Eldorado für Freunde des amerikanischen Weihnachtskults verwandelt. Ganze Busladungen an Besuchern wurden herangekarrt. Der Andrang war so groß, dass Nachbarn schon Mal eineinhalb Stunden brauchten, um in ihre Garagen fahren zu können.

Mehr als 80000 Euro hat Bajorat inzwischen in seine weihnachtliche Leidenschaft gesteckt, die einst mit zehn ganz normalen Lichterketten begonnen hatte. Einen Teil der Ausgaben hatte das Ehepaar durch den Verkauf von Glühwein und Würstchen wieder hereingeholt. Ein Gewinn wurde aber nicht gemacht, jeder Überschuss wurde für Hilfsaktionen gespendet.

Besonders groß war der Andrang an den Wochenenden. Dann gab es oftmals auch Live-Musik und andere weihnachtliche Aktivitäten. Während des Weihnachtsmarktes wurden sogar Kutschfahrten zwischen der Innenstadt und dem Weihnachtshaus angeboten.

Da ist es für den 44-Jährigen auch kein Trost, dass ihm und seinen Mitarbeitern der Auf- und Abbau diesmal erspart bleiben. Schon Anfang September wurde zuletzt mit dem Aufbau begonnen, und Anfang Januar wurde alles wieder ordentlich verpackt. Auch die sonst erforderlichen drei Sicherungskästen braucht Bajorat in diesem Advent nicht. Und seine Stromrechnung fällt geringer aus. Die kletterte in den vergangenen Jahren im Dezember regelmäßig über die 500-Euro-Marke.

Die Stadtwerke Hilden verlieren damit einen guten Kunden. Bei einem Stromverbrauch von etwa 60 Kilowatt pro Stunde war die vom Weihnachtshaus verbrauchte Leistung deutlich messbar, fiel aber nicht weiter ins Gewicht. Da gibt es Industriebetriebe, die einen höheren Verbrauch haben. Für einen Haushaltskunden war es aber schon eine beachtliche Leistung. Zum Vergleich: Ein Elektro-Herd verbraucht drei und ein normaler Durchlauferhitzer etwas mehr als 20 Kilowatt.

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