Velbert : Zweite Gesamtschule wird sechszügig

Die Schülerzahlen steigen: Hauptschule bleibt, weitere Primarschule in Velbert-Mitte.

An der neuen Grundschule an der Kastanienallee, die im August ihren Betrieb aufnimmt, wird noch fleißig gebaut, da legt der Bürgermeister dem Rat nahe, noch vor der Sommerpause den Bau einer weiteren Grundschule auf den Weg zu bringen. „In den nächsten Jahren wird erheblicher Schulraum fehlen, das ist das Ergebnis der Schulentwicklungsplanung. Wir befinden uns in der finalen Abstimmung mit dem Planungsbüro Dr. Garbe, Lexis und von Berlepsch. Klar ist jetzt schon, dass der Schulraum in Velbert-Mitte nicht ausreicht“, erklärte Beigeordneter Gerno Böll am Donnerstag der Presse. Der beschlossene Ausbau der Gerhart-Hauptmann-Schule und der Grundschule Birth auf vier beziehungsweise fünf Züge reicht nicht aus. „Unser Vorschlag für den Standort einer weiteren dreizügigen Grundschule ist der Pestalozziplatz. Der hat eine zentrale Lage, in dem diesem Bereich ist der Bedarf groß, die vorhandene Turnhalle kann renoviert oder neu gebaut ­werden.“

Auf dem Gelände neben der Christuskirche stand bis vor einigen Jahren das in die Jahre gekommene Gebäude der Pestalozzischule. Die dort untergebrachte Hauptschule wechselte in den Neubau der Martin-Luther-King-Schule. Mit dem Beschluss, eine zweite Velberter Gesamtschule zu errichten, wurde gleichzeitig das Aus der Hauptschule besiegelt, die im vergangenen Jahr keine Eingangsklasse mehr bildete. Nun sollen ab dem Schuljahr 2021/2022 wieder Fünftklässler in der Hauptschule aufgenommen werden, die Bezirksregierung sowie die Nachbarstädte wurden informiert. Die Realschule Kastanienallee wird auf drei Züge und damit auf das ursprüngliche Maß zurückgefahren. Wegen der hohen Zahl an Kindern im Primarbereich wird die Nachfrage in der Sekundarstufe I steigen. Eine Erweiterung der Gesamtschule Velbert-Mitte halten der Schuldezernent Gerno Böll und Bürgermeister Dirk Lukrafka für unwahrscheinlich.

Dafür wird die Gesamtschule Velbert-Neviges auf sechs Züge ausgebaut. Gerno Böll dämpft gleich die Erwartung vieler Eltern, dass dort bereits im kommenden Jahr sechs Eingangsklassen gebildet werden. „Das wird nicht im nächsten, auch noch nicht im übernächsten Jahr so sein.“

Die Verwaltung brauche die Entscheidung zum Ausbau der Hardenbergschule als zweiten Standort der Gesamtschule Neviges schnell, lautet der Wunsch des Bürgermeisters an den Rat. Gerno Böll beschreibt die künftige Verteilung der Schule auf zwei Standorte: „In dem Gebäude der ehemaligen Heinrich-Kölver-Schule werden die Klassen fünf und sechs untergebracht, in der Hardenbergschule ab der Klasse sieben.“

Da die Schule nicht nur von Kindern aus Neviges, sondern auch aus Velbert-Mitte, Langenberg und Wülfrath besucht wird, bezeichnet Gerno Böll die Lage als ideal, weil diese gut erreichbar ist. „Die Schule am Waldschlösschen ist für kleinere Kinder weniger geeignet.“ Reinhard Mickenheim vom Schulverwaltungsamt sieht einen weiteren Vorteil in der Beschulung der Jüngeren an der Maikammer: „In den Klassen fünf und sechs findet Unterricht im Klassenverband statt, danach erfolgt die ­Differenzierung.“ „Wir bieten künftig alle Schulformen in Velbert, das ist ein sehr individuelle Lösung“, begrüßt Bürgermeister Dirk Lukrafka die Entwicklung und erinnert daran, dass man mit der Errichtung der zweiten städtischen Gesamtschule keine andere Schule schließen wollte. „In der Vorausschau haben wir so viele Schüler, dass wir die Hauptschule brauchen.“

Böll geht anhand der Prognose von einer stabilen Zukunft der drei Velberter Gymnasien aus. „Sollten die Kapazitäten nicht ausreichen, könnte aufgrund der Raumsituation das Geschwister-Scholl-Gymnasium auf vier Züge ausgebaut werden.“ Lukrafka ist sicher, dass genug Mittel zur Verfügung stehen, um die neue Grundschule in Velbert zu bauen und die Hardenbergschule zu sanieren: „Das Land will die Städte von den Corona-Auswirkungen entlasten, so dass sie in die Lage versetzt werden, Investitionen zu tätigen. Die öffentlichen Haushalte werden wichtig sein, um die Konjunktur nach der Krise anzukurbeln.“