Zwei Musiker in Plauderlaune

„Dynamische Duo“ begeistert fünf Stunden auf der Bühne.

Wülfrath. Fünf Stunden auf der Bühne — das haben Jens Rösel und Olli Henrich auch noch nicht am Stück erlebt. Doch der „intime Abend“ des „Dynamischen Duos“ hatte diese Besonderheit — und nicht nur diese. Wer im ausverkauften WüRG-Club mit einem klassischen Rock-Pop-Folk-Set der beiden Wülfrather Musiker rechnete, wurde überrascht.

Es war eine Spiel- und Talkshow mit musikalischen Elementen. Es war ein großer Spaß, „aber ein einmaliger“, wie Rösel der WZ versichert. Ausgangspunkt für dieses Experiment war die Frage: „Warum kommen immer wieder so viele Leute zu unseren Duo-Shows, wenn wir eigentlich nichts Neues bieten?“ Eine Freundin, erinnert sich Rösel, hatte die Antwort parat: „Die Leute kämen auch, wenn Ihr Euch nur auf die Couch setzen würdet.“ Und das haben sie — mehr oder weniger — getan.

Sakko und Krawatte: Das Duo kam stilsicher und in Plauderlaune. Es unterhielt das Publikum mit Geschichtchen und sie unterhielten sich mit dem Publikum, das fester Bestandteil des Programms war. Spiele à la „Ich packe meinen Koffer“ oder „Die Montagsmaler“ sorgten für familiäre Atmosphäre. Eingeworfen wurden auf Knopfdruck immer wieder Sprüche-Samples wie bei TV Total. „Die haben wir aus dem Batman-Film der 60er-Jahre gefiltert“, sagt Rösel hinterher.

Musik gab es aber auch. Zum Beispiel als Filmdokument: der erste Auftritt von Seventh Seal, der ersten Band der beiden aus dem Jahr 1997. Noch älter ist das Lied „Supermann“, das das Duo einst geschrieben hatte. Und ganz aktuell wurde es auch. Da war Mitternacht schon durch. Micoholic, mit dem Rösel und Henrich für zwei Songs kooperiert haben (die WZ berichtete), trat auf.

Langes Ausschlafen gab es für die zwei aber nicht. Sonntag stand der nächste Auftritt an — mit Bounce auf dem Stadtfest in Kirchen bei Siegen. Die Bon Jovi-Tribute-Band hatte am Freitag die Zeche in Bochum gerockt. Ein ruhiges Wochenende sieht für Jens und Olli anders aus. . .

Mehr von Westdeutsche Zeitung