Velbert: Zur Eröffnung schrillen die Alarmglocken

Velbert : Zur Eröffnung schrillen die Alarmglocken

Nach mehrfacher Verschiebung des Termins lädt die Stadtgalerie Velbert ab sofort zum Einkaufsbummel in der Innenstadt ein.

. Nach mehrmaligen Verschiebungen öffnete gestern tatsächlich die Stadtgalerie Velbert. So ganz störungsfrei lief das jedoch nicht ab: Am Europaplatz stolperten die ersten neugierigen Besucher in das sogenannte Forum und staunten über den neuen Einkaufstempel. Lange durften sie nicht bleiben: Ein lauter Warnton schrillte durch die Gänge, eine Stimme sprach von einem Brand und forderte dazu auf, die Galerie umgehend zu verlassen, Ordnungskräfte verliehen dem Gebot Nachdruck. Nach wenigen Minuten durften die Menschen wieder herein, der Feueralarm hatte sich als falsch erwiesen.

Hochkomplexe Technik war ein Grund für verspäteten Termin

Das konnte Andreas Martin die gute Laune nicht verderben. „Es war in den letzten Tagen super-stressig“, räumte der geschäftsführende Gesellschafter der Concepta Projektentwicklung ein, jetzt lehnte er sichtlich entspannt an einer Brüstung. Den Alarm verglich er mit der Endphase im Fußball. „Das ist so, als wenn Fortuna Düsseldorf in der 90. Minute noch ein Tor reinkriegt und drei Minuten später erzielt der Stürmerstar noch den entscheidenden Treffer. Das sind höchst sensible Anlagen, das muss sich erst noch einspielen“, stellt der Investor fest, der die hochkomplexe Technik auch für die Verzögerungen bei der Eröffnung verantwortlich machte. „Wir haben jetzt 97 Prozent der Fläche vermietet. Es haben noch nicht alle 40 Geschäfte aufmachen können, das wird in den nächsten Tagen aber kommen“, berichtete er.

Einer der pünktlich aufmachte, war Arndt Klose. Vor einer Woche hatte er sein Sportgeschäft an der Friedrichstraße geschlossen, um in die Galerie umzuziehen, wo er doppelt so viel Fläche hat und sein Sortiment erweiterte. Jetzt nahm er zahlreiche Glückwünsche entgegen: „Supergeil“, kommentierte Hans Koska den neuen Laden, Corinna Tüller findet das ganze Einkaufszentrum einfach toll für Velbert: „Ich freue mich, dass in Velbert endlich mal was passiert, sonst wird immer nur gemeckert.“

Kundin lobt das Verkaufspersonal für die hilfreiche Beratung

Ein paar Meter weiter hat ein das Modehaus Mensing eröffnet, das wegen seiner hochwertigen Ausstattung so auch an der Kö stehen könnte. „Die Leute kommen rein und staunen erst einmal, bevor sie sich den Waren zuwenden“, so Kassiererin Sophie Rausch, die als erstes ein paar Herrenhemden über die Theke reichen konnte. Kundin Hannelore Becks lobt das Verkaufspersonal: „Die Damen können richtig helfen, so wie das früher einmal war.“

„Der Besatz der Geschäfte ist gut durchmischt, das ist definitiv eine Bereicherung für Velbert“, stellte Volker Böhmer, Vorsitzender der Werbegemeinschaft Velbert aktiv, fest. Erleichtert ist er darüber, dass die Durststrecke in Sachen fehlender Parkplätze vorbei ist: Mit der Eröffnung der Stadtgalerie stehen in der Innenstadt rund 500 Stellplätze mehr zur Verfügung als bisher. „Manchmal meint man, die Velberter wollten alle nur vor dem Rathaus parken“, bemerkte Böhmer amüsiert.

Markus Stimler, der Leiter der Velberter Geschäftsstelle der Industrie- und Handelskammer (IHK), bezeichnet die Eröffnung der Stadtgalerie als Initialzündung für die Schlossstadt: „Es bewegt sich was. Die Ladenlokale einiger Geschäfte, die von der Friedrichstraße in das Center gezogen sind, haben bereits Nachnutzer gefunden.“ Alle Besucher, die gestern durch Velberts neuste Attraktion bummelten, waren begeistert, so auch Doris Grünendahl: „Gut, dass endlich eröffnet wurde. Ich wünsche der Galerie , dass immer viele Kunden kommen.“ Auf ein großartiges Programm zur Eröffnung hat Concepta verzichtet: „Die Geschäfte sind die Attraktion, die Menschen kommen und wollen das sehen“, ist Andreas Martin überzeugt.

Mehr von Westdeutsche Zeitung