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Zum ersten Mal liest eine Frau die Martingsgeschichte

Zum ersten Mal liest eine Frau die Martingsgeschichte

Ulrike Platzhoff trägt am Dienstag die Legende nach dem großen Umzug durch die Innenstadt vor.

Wülfrath. Wenn am Dienstag langsam die Dämmerung einsetzt, stehen auf dem Schulhof an der Parkschule schon ganz aufgeregt die Kinder der Wülfrather Grundschulen bereit. Mit selbstgebastelten Laternen in den Händen und einer Menge St. Martinsliedern auf den Lippen warten die Kinder nur darauf, dass es endlich los geht.

Schon zum 37. Mal zieht der St. Martinszug durch die Wülfrather Innenstadt und wie in all den Jahren sind die Lindenschule und die Parkschule mit dabei.

„Das Interesse an St. Martin nimmt bei den Wülfrathern nicht ab“, sagt Jürgen Ahrweiler von der Fördergemeinschaft St. Gereon, die den Zug seit Beginn organisiert. „Halloween ist da keine Konkurrenz.“

Die Laternen basteln die Schüler im Unterricht und üben die St. Martinslieder ein. Ahrweiler erinnert sich gerne an die Zeit zurück, als die Kunstwerke der Kinder in den Schaufenstern ausgestellt und sogar prämiert wurden. „Das gibt es leider schon lange nicht mehr“, bedauert er. „Die Lehrer haben heute keine Zeit mehr.“ Zum großen Umzug werden gut 2500 Kinder, Eltern und Großeltern schon bei der Aufstellung erwartet.

Mit St. Martin, dargestellt von Martin Volmer oder einer Vertretung des Reitstalles, dem evangelischen Posaunenchor und der katholischen Blaskapelle Rohdenhaus geht es um 17.30 Uhr los. Vom Sammelplatz auf dem Schulhof der Parkschule geht es über die August-Thyssen-Straße, die Düsseler Straße und die Wilhelmstraße. „Unterwegs schließen sich weitere Kinder und Eltern an“, sagt Ahrweiler.

Durch die Fußgängerzone läuft die große Gruppe und biegt in die Schwanenstraße, wo dann Weckmänner verteilt werden.

„Bei uns gibt es die Weckmänner völlig kostenlos.“ Durch großzügige Spenden können insgesamt 1100 Weckmänner an die Wülfrather Kinder verteilt werden, 100 weitere gehen schon um 14 Uhr an die Bewohner des August-von-der-Twer Hauses. „Die genießen ihren Weckmann dann bei Kaffee und Kuchen.“

Weiter geht der Umzug bis zur Goethestraße und endet schließlich am Parkdeck Am Diek, wo das große Martinsfeuer entzündet und die Martinsgeschichte vorgelesen wird.

„Zum ersten Mal in all den Jahren liest mit Gemeindereferentin Ulrike Platzhoff von der katholischen Kirchengemeinde St. Maximin eine Frau die Geschichte vor“, so Ahrweiler. St. Martin und Bettler, Pfadfinder des Stammes Franken, spielen die Manteilteilung nach. „Uns ist es wichtig, dass die Kinder auch wissen, was sie feiern.“