Zuhörer erleben ein Konzert im Dunkeln

Schlafmasken verstärken den akustischen Eindruck der besonderen Musikveranstaltung.

Langenberg. Nicht selten und nicht von ungefähr schließen Zuhörer beim Musikhören die Augen, um sich ganz und gar vom Klang einhüllen zu lassen. Das Theater Velbert lädt jetzt dazu ein, bei Dunkelheit ein Konzert zu erleben. Beim „Concert in the Dark“ am Samstag, 17. Februar, um 19 Uhr im Historischen Bürgerhaus Langenberg hat Ablenkung keine Chance: Jeder Zuhörer trägt eine Schlafmaske und wird im Haus an der Hauptstraße 64 zu seinem Platz geführt — ohne äußere Orientierung, nur allein mit sich und dem Klang.

Nichts wird verraten: Weder was gespielt wird noch wer da gerade spielt oder wo die Musiker sich befinden. Einzig auf die akustische Sinneswahrnehmung konzentriert, nimmt der Körper der Hörer sämtliche Feinheiten und Schattierungen der Musik umso intensiver wahr und wird dabei Zeuge einer besonderen Synthese von Raum und Musik.

Der kanadische Posaunist Shawn Grocott hat eigens für diese Veranstaltung ein Projektensemble aus Musikern zusammengestellt, die Künstler verteilen sich im Raum und wechseln auch noch die Standorte, sodass der Klang immer wieder von anderen Seiten kommt. Das Publikum lernt also das Bürgerhaus kennen, indem es zuhört und sich in die Musik fallen lässt. Die Anzahl der Plätze ist — dem Konzept geschuldet — streng limitiert.

Kammermusikalisch ist Grocott mit dem World Brass Ensemble unterwegs. Es hat sich seit seiner Gründung 1995 innerhalb des Jeunesses Musicales Weltorchesters zu einem der bekanntesten Ensembles seiner Art in Deutschland entwickelt. Im Laufe seiner Karriere führten World-Brass-Tourneen bereits durch Kanada, Deutschland, Italien, die Schweiz, Polen, Belgien und Luxemburg. Eine einzigartige Qualität der Musiker ist das Verständnis als Ensemble. Es gibt weder festgelegte Positionen innerhalb der Gruppe, noch gibt es den herausragenden Star. Ein Grundsatz zieht sich jedoch durch jedes Programm: World Brass will sein Publikum auf hohem Niveau unterhalten.

Das Repertoire ist ebenso umfassend wie facettenreich. Der Wunsch des Ensembles, die Blechbläser-Literatur mit Auftragskompositionen und -arrangements zu erweitern, führte zu einer großen Anzahl von neuen Werken, so dass „Weltblech“ mittlerweile ganze Programme mit eigenen Werken spielen kann. Zu den Komponisten, die für das Ensemble geschrieben haben, gehören unter anderem Theo Brandmüller, Macjei Blasewicz, Jeffrey Ching, Jan Koetsier, Roland Wiltgen und Chris Hazell.

Tickets für das besondere Konzert sind bei den bekannten Vorverkaufsstellen und auch online erhältlich für 21 Euro, ermäßigt für sechs Euro plus Vorverkaufsgebühr. An der Abendkasse kostet der Eintritt 25 Euro, ermäßigt neun Euro. HBA

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