Zeittunnel ist verzichtbar, Hallenbad nicht

Die Bürgerbefragung der WG über Konzept „Wülfrath 22 plus“ zeigte eindeutige Ergebnisse.

Wülfrath. Die Wülfrather Gruppe hat ihren Ankündigungen Taten folgen lassen und zum ersten Bürgergespräch im Rahmen der Diskussion um das Konzept „Wülfrath 22 plus“ vor die WG-Geschäftsstelle in der Fußgängerzone eingeladen. Fraktionsvorsitzender Wolfgang Peetz und seine Mitstreiter wollten von den Bürgern wissen, wo denn ihrer Meinung nach gespart werden könne und was erhalten bleiben müsse. Mit im Gepäck: ein Haushalt und eine Liste mit Angeboten, die Wülfrath für die Bürger vorhält.

„Auf welche Angebote würden Sie verzichten?“, stand auf einem großen Blatt, Hallenbad, Zeittunnel, Bücherei, Museum (Niederbergisches Museum), und Steuern erhöhen. „Muss bleiben“ und „verzichtbar“ waren die beiden Kategorien, nach denen gewählt werden konnte. Ein roter Punkt stand für das Streichen, ein grüner für das Behalten.

Manche Diskussion entwickelte sich dabei allerdings nicht ganz im Sinne des Erfinders. Ein Bürger gab an, auf die Bücherei verzichten zu können, „weil seine Kinder inzwischen Erwachsen sind und die Enkelkinder sowieso nur auf dem Smartphone spielen“. Viele andere Einlassungen waren konstruktiv, in einer Hinsicht allerdings so eindeutig, dass der WG-Fraktionsvorsitzende ausdrücklich versicherte, nicht die Hände im Spiel gehabt zu haben. „Ich schwöre, ich habe nichts damit zu tun.“ Der Zeittunnel, zu dessen größten Kritikern Wolfgang Peetz gehört, wurde fast durch die Bank abgelehnt. Dagegen wurde das Hallenbad als unverzichtbar deklariert. Die Bücherei wiederum — für die Wülfrather Gruppe als wichtiger Baustein der Bildung ein Muss — kam nicht besonders gut weg.

„Das hier ist natürlich nicht repräsentativ“, räumte Wolfgang Peetz ein, aber die Antworten würden zumindest für ein genaueres Stimmungsbild sorgen. Die Bürger finden das gut, dass sie zu Wort kommen“, ist sich der WG-Fraktionsvorsitzende sicher. „Wir werden diese Aktion im Herbst wiederholen“, ergänzte Reiner Heinz. „Irgendwann kommt es zum Schwur.“ Darauf möchte die Wülfrather Gruppe vorbereitet sein — mit Kenntnis des Bürgerwillens.