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Wülfrather Gruppe: „Wir werden uns an keine Partei binden“

Wülfrath : „Wir werden uns an keine Partei binden“

Wolfgang Peetz, Fraktionsvorsitzender der WG, mahnt, sich der drängenden Themen anzunehmen und auf politisches Geplänkel zu verzichten.

Der Fraktionsvorsitzende der Wülfrather Gruppe (WG), Wolfgang Peetz,  zeigt im Gespräch mit der WZ die seiner Meinung nach drängensten Themen der nächsten Monate und Jahre auf und blickt noch einmal auf den vergangenen Kommunalwahlkampf zurück – inklusive persönlichen Animositäten mit der Spitze der Bündnisgrünen und Sorge um den neuen Bürgermeister.

Herr Peetz, mit Blick auf Gemeinsamkeiten haben nach der Stichwahl Gespräche zwischen der CDU und den Grünen sowie der SPD mit den Grünen stattgefunden. Wann steigt die Wülfrather Gruppeein?

Wolfgang Peetz: Gar nicht. Nach der Stichwahl hat es eine Sitzung mit allen Fraktionsvorsitzenden und dem künftigen Bürgermeister Rainer Ritsche gegeben. Wir haben einvernehmlich festgelegt, welche Fraktionen welche Ausschussvorsitzenden stellen. Das ist ein gutes Signal für die konstituierende Ratssitzung am 3. November. Eine Kampfabstimmung wird vermieden. Deshalb brauchen wir über die Runde hinaus keine parteiübergreifenden Gespräche. Gerade wir als Wählergemeinschaft sind unabhängig davon, wer was gerade vorschlägt. Wir werden immer in der Sache entscheiden und uns an keine Partei binden. Die WG hat einen neuen Fraktionsvorstand gewählt, die Ausschussbesetzungen festgelegt und sachkundige Bürger benannt. Wir sind startklar.

Die Basis der Grünen hat aber bei ihrer digitalen Mitgliederversammlung auch beschlossen, dass die Bündnisgrünen auch mit der WG sprechen sollen. Was steckt hinter der Ablehnung?

Peetz: Bis jetzt hat uns niemand angesprochen. Das passt aber auch zu der Ankündigung von  Stephan Mrstik (Fraktionsvorsitzender der Grünen), dass die Grünen nicht mehr mit der WG sprechen werden. Da geht es auch um persönliche Animositäten mit mir aus dem Wahlkampf. Ich bin für klare und deutliche Meinungsäußerungen bekannt. Diese habe ich mir erarbeitet und begründe sie auch. Das gefällt nicht allen. Kritik gibt es manchmal an meiner Wortwahl oder Form. Aber wer meine Form der Auseinandersetzung kritisiert, lenkt von den Inhalten ab und muss sich nicht mit meinen Argumenten auseinandersetzen. Dabei haben die Bürgerinnen und Bürger ein Recht auf klare Meinungen, damit sie die Unterschiede erkennen können.

Die Animositäten äußern sich wie?

Peetz: Es hat eine versuchte Einflussnahme von der CDU und den Grünen auf Mitglieder meiner Fraktion gegeben, meine Wiederwahl als WG-Fraktionsvorsitzender zu verhindern. Meine Fraktion hat aber die richtige Antwort darauf gegeben (Anmerkung der Redaktion: Wolfgang Peetz wurde einstimmig wiedergewählt). Damit ist jetzt Ruhe.

Was bedeutet dieser Konflikt für die zukünftige Ratsarbeit?

Peetz: Was mir Sorge macht, ist die Statik des neuen Rates, die Balance. Die CDU als größte Fraktion hat sich noch am Wahlabend zur Opposition erklärt. Es gibt in einem Stadtrat aber weder Regierungs- noch Oppositionsfraktionen.  Aufgabe  aller Fraktionen ist es, zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger zu arbeiten und nicht darum, Parteipolitik zu betreiben. Wie man im Moment beobachten kann, geht die CDU in vielen Punkten Hand in Hand mit den Grünen. Beide Parteien sind aber die klaren Verlierer der Bürgermeisterwahl. Ich hoffe nicht, dass sie dem neuen Bürgermeister Rainer Ritsche Knüppel zwischen die Beine werfen.

Was muss also passieren?

Peetz: Wir müssen zusehen, dass Wülfrath gut durch die Corona-Krise kommt. Stichworte sind hierbei vor allem Gesundheit und Finanzen. Auch die Innenstadtentwicklung und die der Fußgängerzone müssen wir angehen, genau wie die Entwicklung neuer Gewerbegebiete. Wir müssen die Schulen zukunftssicher machen. Es geht sicher nicht darum, wer kann wen leiden oder wer bekommt welchen Posten. Das bewegt keinen Stein in Wülfrath.