Wülfrather Genossen wollen sozialdemokratisches Profil schärfen

Wülfrath : SPD will sozialdemokratisches Profil schärfen

SPD-Ortsverein freut sich über mehr Mitglieder. 2019 sind viele Aktivitäten geplant.

„Ein bisschen enttäuscht bin ich schon, dass so wenige gekommen sind, aber das gilt auch für andere Parteien oder Vereine.“ Wolfgang Preuß, Ortsvereinsvorsitzender der SPD, sah zu Beginn der Jahreshauptversammlung in einen recht leeren Awo-Saal. Nur rund ein Dutzend Genossen waren gekommen, um etwa der EU-Abgeordneten Petra Kammerevert zuzuhören oder zu erfahren, wie das vergangene Jahr aus Sicht des SPD-Ortsvereins gelaufen ist und was 2019 ansteht.

In der AG 60 plus gibt es derzeit keine 60-jährigen Mitglieder

Petra Kammerevert berichtete von dem EU-Dauerthema Brexit und attestierte manchem britischen Politiker, recht chaotisch zu Werke zu gehen. Mit Blick auf die bevorstehende Europawahl räumte sie ein, dass diese „nicht unter einem guten Stern steht“. Der sich ausbreitende Rechtspopulismus in Ländern wie Ungarn oder Polen habe dafür gesorgt, dass früher gebaute Brücken mittlerweile Risse bekommen hätten. Gerade die Flüchtlingsdebatte sei eine Ursache dafür. Sie rief die Wülfrather Sozialdemokraten dazu auf, die Menschen zu bewegen, zur Europawahl zu gehen. „Am liebsten wäre es mir, sie stimmen für uns, wenn nicht wenigstens für Parteien, die pro-europäisch sind“, so Petra Kammerevert.

Wolfgang Preuß blickte zunächst auf die Lage der SPD allgemein. Stichworte waren neue Groko samt deren internen Problemen, Andrea Nahles wird erste Frau an der Spitze der Partei, verlorene Landtagswahlen in Bayern und Hessen. man könne nun erfreut feststellen, dass „wir wieder mehr sozialdemokratisches Profil zeigen, sei es bei der Forderung nach bezahlbaren Wohnungen, bei der rente oder bei der Rücknahme von Hartz-IV-Fehlern“.

Laut Wolfgang Preuß hat der SPD-Ortsverein vier neue Mitglieder gewonnen, 123 sind es aktuell. Zu den Erfolgen zählt der Vorsitzende die beiden Bürgerfrühstücke, die gut angenommen seien. Jeweils 40 Interessierte konnten begrüßt werden. Dies wird seine Fortsetzung finden. In diesem Jahr sollen Bürgerstammtische zu den Themen Bundespolitik und Landespolitik sowie zur Kommunalpolitik angeboten werden. Das Sommerfest ist am 29. Juni geplant, am 9. November wird den Opfern der Nazi-Diktatur gedacht, am 15. Dezember werden die Jubilare geehrt. Ein festes Datum ist der 1. Mai für die Sozialdemokraten. Nur einen Tag später steht der Politik-Talk mit Kerstin Griese an. Thema: Die Zukunft Europas, Neues wagen“.

Susanne Bredtmann, Vorsitzende der AG 60 plus, berichtete von „ihrer Abteilung“. 22 Mitglieder hat die AG derzeit, allesamt Frauen. 60-Jährige gibt es aktuell nicht. Fünf Mitglieder sind mehr als 70 Jahre alt, 15 mehr als 80 und zwei jenseits der 90. „Wir brauchen Nachwuchs“, so der Appell von Susanne Bredtmann.