Wülfrath : Auf dem Weg zur attraktiven City

Wülfrather Bürger äußerten bei einem Spaziergang durch die Innenstadt Anregungen und Kritik. Auch online können Hinweise gegeben werden.

Es war eine Art Sightseeing-Tour, zu der Stadtverwaltung und Planungsbüro am Dienstagabend eingeladen hatten. Und tatsächlich waren – trotz Dauerregens – rund 25 Bürger erschienen. Ihnen allen liegt ihre Stadt am Herzen. „Bitte achten Sie heute darauf, welche Veränderungen in den vergangenen Jahren sie für gelungen halten und wo Sie noch Handlungsbedarf sehen“, erläuterte Bernd Niemeyer vom beauftragten Aachener Planungsbüro MWM die grundsätzliche Idee hinter den Rundgängen.

Vor genau zehn Jahren wurde für Wülfrath ein Stadtentwicklungskonzept beschlossen, seitdem sind zahlreiche Maßnahmen zur Revitalisierung umgesetzt worden. Bei einem Spaziergang konnten die Bürger jetzt gezielt begutachten, was ihnen gefällt, was verbesserungswürdig erscheint und welche anderen „Baustellen“ sich in den vergangenen Jahren aufgetan haben.

Teilnehmer begaben sich auf
zwei Routen auf den Rundgang

 Zwei unterschiedliche Routen wurden vorab festgelegt: Eine rund um das Quartiersprojekt Halfmannstraße, die andere rund um Siedlungsbebauung und Park. MWM-Mitarbeiterin Bianca Klering startete mit ihren Teilnehmern über die Mozartstraße Richtung Goethestraße über die Düsseler Straße auf die Goethestraße. „Es wäre wünschenswert, wenn es hier auf dieser Höhe eine Fußgängerüberquerung gäbe“, schlug eine Frau vor, „Hier müssen viele ’rüber Richtung Rathaus und durch die Einmündung der Goethestraße ist das hier ziemlich gefährlich.“ Die anderen Teilnehmer nickten, Bianca Klering notierte den Vorschlag. Am Anger-Markt blieb die Gruppe erneut stehen. „Nach wie vor gibt es keinen richtigen Zugangsweg zur Fußgängerzone“, merkte ein Mann an.

Es ging weiter bis zur Einbiegung Wiedenhofer Straße. „Der Rest der Goethestraße sollte unbedingt bis zur Mettmanner Straße auch noch neu gestaltet werden“, regten gleich mehrere Teilnehmer an und begeben sich dann in Richtung Generationenpark: Der sei ein tolles Aushängeschild für die Stadt – da sind sich alle einig.

Eine Frau regt den Umzug des Museuems ins alte VHS-Haus an

Über die Mettmanner Straße ging es am derzeitigen Baustellenbereich Kreisverkehr wieder Richtung Fußgängerzone, das Gebäude der alten VHS beschäftigte vor allem eine ältere Frau: „Ich war mal drin, es ist ein ganz wunderbares Haus mit viel Potenzial. Hier müsste das Niederbergische Museum rein, dann würden mehr Menschen in die Innenstadt kommen.“

Vieles im Rahmen des integrierten Handlungskonzepts sei gut umgesetzt, lobten die Wülfrather, etwa die Gestaltung des Bereiches Zur Loev/ Wilhelmstraße oder der Fußgängerzone. Die Leerstände beschäftigen sehr, eine zündende Idee hat derzeit aber niemand. „Das ist ein Problem, mit dem alle Städte zu kämpfen haben“, sagte Bianca Klering.

Nach etwa eineinhalb Stunden ging es zurück ins Rathaus, erste Eindrücke wurden geschildert, dabei stellte sich heraus: Es geht vielen gar nicht um Einzelmaßnahmen, sondern um grundsätzliche Veränderungen.

(dani)
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