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Wülfrath: Teilnehmer kommen Eule und Bussard ganz nah

Wülfrath : Wüstenbussard Merlin versetzt die Zuschauer ins Staunen

Wanderer lernten bei Ausflug verschiedene Greifvögel kennen.

Mit ihren kleinen schwarzen Augen mustert Hanni neugierig ihre Gäste. Ihr herzförmiges Gesicht und das helle, weiß-goldene Federkleid machen sie zu einer wahren Schönheit. Und das weiß die vier Jahre alte Schleiereule auch. Lange still sitzen kann sie nicht. Immer wieder breitet sie ihre Flügel auf der Hand von Falknerin Uta Wittekind aus, die sie mit zärtlichem Nasenkuscheln beruhigt.

„Sie ist manchmal etwas unruhig“, bemerkt Wittekind mit einem Lachen. Doch wenn der Lederhandschuh später an die Gäste weitergereicht wird, ist Hanni ganz Profi. Regelmäßig bietet die Wald-Forscher-Station Greifvogel- und Eulenwanderung wie die am vergangenen Sonntag an. Die Teilnehmer können während des Sparziergangs vom Zeittunnel aus rund um das Schlupkothener Bachtal den beeindruckenden Tieren ganz nah kommen und viel Wissenswertes über Lebensräume, Jagdverhalten, Ernährung oder Naturschutz erfahren.

Der Vogel springt von der Hand und schlägt wild mit den Flügeln

Hanni stößt erst kurz vor dem alten Steinbruch wieder zu der 20-köpfigen Gruppe. Vorher steht Merlin im Mittelpunkt. Während Wittekind erklärt, wie man den Vogel am Seil richtig zwischen Daumen und Zeigefinger festhält, zwitschert der acht Jahre alte Wüstenbussard munter. Louisa Weyers aus Köln meldet sich dann mutig als Erste. „Ich hatte gar keine Angst“, sagt die 29-Jährige. Auch nicht in dem Moment, als Merlin kurz von der Hand heruntersprang und wild mit den Flügeln schlug. So nah bei den Vögeln zu sein, sei schon etwas Besonders, sagt Weyers. Sie ist großer Eulenfan, möchte auch noch Hanni oder eine der beiden Weißgesichtseulen halten, die später dazu stoßen werden.

Während der Handschuh weitergereicht wird, erzählt Wittekind, dass Merlin gerade in der Mauserzeit ist, also seine Federn wechselt. Das macht er einmal im Jahr. Außerdem sind Merlin und seine Artgenossen sehr intelligente Greifvögel, verlassen sich bei der Jagd auf ihre guten Augen. Bis zu 160 Bilder sehen sie pro Sekunde und das nicht nur dreifarbig, sondern auch ultraviolett. Gute Augen hat auch Hanni. Sie könnte selbst quer über den Steinbruch, also auf 300 Metern Entfernung, noch ihre Beute erkennen. Für Anja Kahlstatt (42) aus Heiligenhaus ist das nicht neu. Bereits zum fünften Mal ist sie dabei und nach wie vor begeistert. „Es ist toll, dass man die Vögel selbst halten kann“, schwärmt sie. Im Vergleich zu anderen Angeboten sei es in Wülfrath zudem erschwinglich. Die nächste Wanderung findet am 19. Mai im Rahmen der Neanderland Wanderwoche am Wülfrather Zeittunnel statt.

waldforscherstation.wordpress.com

(am)