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Wülfrath: Spielzeug macht beim Kindertrödel das Rennen

Wülfrath : Feilschen um die Schätze aus dem Kinderzimmer

Beim Kindertrödelmarkt waren mehr als 200 Stände in der Innenstadt aufgebaut. Spielzeug war der Renner.

Beim Kindertrödelmarkt in der Innenstadt wurde vor allem Spielzeug verkauft. Auf Kleidung blieben die meisten Anbieter sitzen. Für die rote Regenjacke von Nike möchte Jamie-Lee gerne noch vier Euro haben, aber dass auf Flohmärkten um jeden Euro oder Cent gefeilscht wird, weiß die Elfjährige mittlerweile aus ihrer Erfahrung der vergangenen Stunden. „Ich gebe dir drei Euro. Ist das okay?“, fragt die Interessentin, und Jamie-Lee nickt spontan, dann strahlt sie über das ganze Gesicht. „Jetzt habe ich bereits 53 Euro eingenommen. Das ist Wahnsinn.“

Die junge Wülfratherin steht gemeinsam mit ihrer Familie seit den frühen Morgenstunden mitten in der Fußgängerzone, hat also einen Paradeplatz erwischt und musste dafür sogar noch nicht mal weit schleppen. „Da wohnen wir“, erklärt Mutter Sarah Bayer und zeigt auf die Fenster im Obergeschoss des Hauses gegenüber, „Mir tun all die ganz schön leid, die nachher die ganze Ware, die nicht verkauft wurde, wieder verpacken, mühselig zum Auto tragen und dann nach Hause fahren müssen, bei dieser Affenhitze.“

Der Kindertrödelmarkt in der Wülfrather Fußgängerzone wird seit mehr als 30 Jahren von dem Verband Wülfrath pro organisiert. Mehr als 200 Platzkarten für Stände waren im Vorfeld verkauft worden.

Gebrauchte Kleidung wurde
von den Besuchern verschmäht

Es ist früher Nachmittag, die Sonne knallt, viele haben angefangen, ihre Stände abzubauen. „Hier am Kirchplatz war nur wenig los“, sagt eine Trödlerin ein wenig frustriert. Die, die sich dagegen direkt an der Wilhelmstraße platziert haben, zeigen sich dagegen zufrieden mit dem Umsatz, zumindest, was den Verkauf von Spielzeug betrifft. „Das ging heute super. Playmobil, Barbies, Lego-Steine“, erläutert Sarah Bayer, „aber Kleidung ging gar nicht. Ich denke ja, es liegt an der Hitze.“

Ein Mädchen hält stolz ein weiß-buntes Plüsch-Einhorn im Arm, ihr Bruder ein Feuerwehrauto. „Das hat uns die Mama gerade gekauft“, sagt die Vierjährige stolz. Daniela und Tochter Lea gehören auch zu denen, die die schwüle Wärme kaum noch aushalten. „Wir bauen jetzt ab. Wir sind nicht zufrieden, die vergangenen Jahre lief es besser“, erklärt sie. „Der Verkauf von Spielsachen war hingegen gut, aber nur die günstigen. Die Hochwertigen nehmen wir alle wieder mit, genauso wie nahezu die komplette Kleidung.“ Einer, der sich so gar nicht beschweren kann, ist Jamie-Lees Bruder Jason. Er hat stolze 170 Euro eingenommen. „Was irre gut gelaufen ist, sind unter anderem Pokémon-Karten. Das hätte ich niemals ­gedacht.“ dani

(dani)