Wülfrath : Spielplatz Mautweg wieder hergestellt

In den vergangenen Tagen wurde das Spielgerät installiert. Eröffnung ist nächste Woche, aber die Kinder spielen bereits dort.

. Nathaly (2) und Maya-Lou (fast 2) haben den Kleinkinderspielplatz am Mautweg bereits in ihr Herz geschlossen. Die beiden spielen in dem neu aufgebrachten Sand, rutschen, was das Zeug hält, und zeigen ihre strahlendsten Gesichter. Auch ihre Mütter, Isabelle Goos und Verena Liesmann, freuen sich über die neuen Spielmöglichkeiten für ihren Nachwuchs. „Ich bin froh, dass es so etwas hier gibt. Man kann den Spielplatz fußläufig mit Kleinkindern erreichen, kann mal eben hin“, sagt Isabelle Goos. „Wir würden uns freuen, wenn er bleibt“, ergänzt Verena Liesmann. „Am liebsten plus Schaukel.“ In den vergangenen Tagen haben nach Angaben der Mütter acht oder neun Kleinkinder gleichzeitig hier gespielt. „Es war rappelvoll“, sagt Isabelle Goos.

Das aufgestellte Spielgerät für Kinder bis vier Jahre bietet eine Rutsche, bunte Klettermöglichkeiten – und einen kleinen, überdachten Ausblick auf die Siedlung. Die Bank daneben ist frisch gestrichen und sollte noch nicht genutzt werden. Die Farbe glänzt noch in der Sonne.

Ob der Spielplatz dauerhaft erhalten bleibt, steht aber noch in den Sternen. Laut der 2013 vom Rat beschlossenen Spiel- und Freiflächenplanung soll der Spielplatz am Mautweg aufgegeben und in eine Grünfläche rückgebaut werden. Das hatte im Juni 2017 zur Folge, dass rund 30 Eltern und Großeltern eine gemeinsame Sitzung des Schul- und Jugendhilfeausschusses besuchten, um sich für den Erhalt des Kleinkinderspielplatzes stark zu machen und eine Unterschriftenliste zu überreichen.

Spielplatzinitiative e.V. bezahlt die Hälfte der Anschaffungskosten

„Meine Kinder und Enkelkinder haben auf diesem Spielplatz Klettern gelernt“, sagte damals WZ-Leserin Ingeborg Marquardt. Der Generationenspielplatz In den Banden sei viel zu weit weg, um mal eben schnell mit kleinen Kindern hinzugelangen. Auch Großeltern, die nicht mehr so gut zu Fuß sind, hätten damit ihre Probleme. Der von der Verwaltung als Ersatz vorgeschlagene, näher gelegene Spielplatz Am Braken sei wegen der Hanglage für Kleinkinder komplett ungeeignet, so Ingeborg Marquardt weiter.

Ein Hauptargument damals: In diesem Bereich habe ein Generationenwechsel stattgefunden. Von dem hatte die Verwaltung bis dato keine Kenntnis, später war von 32 Kindern im Alter bis vier Jahre die Rede, die im Nahbereich des Mautweges leben.

Der Einsatz hat sich zumindest mittelfristig gelohnt. Die inzwischen gegründete Spielplatzinitiative e.V. unterstützte das Projekt „Neubau“ mit 2500 Euro. Die Gesamtkosten wurden auf 5000 Euro taxiert. Dann folgte jedoch der dramatische Einbruch bei der Gewerbesteuer, der sämtliche Projekte auf den Prüfstand stellte. Die Ausschreibung für das Spielgerät war zu diesem Zeitpunkt allerdings bereits veröffentlicht, eine Zurücknahme hätte mögliche Regressforderungen nach sich gezogen, wie Kämmerer Rainer Ritsche zu bedenken gab. Im April dieses Jahres berichtete Dezernentin Michaele Berster, dass die Initiative „Kinder in Not“ den Kleinkindergartenspielplatz auch in den kommenden Jahren unterstützen wird, wenn es der städtische Haushalt nicht hergibt.