Wülfrath : Hoffnung auf neuen Seniorenrat für Wülfrath

Rund 20 Interessierte sind zur Info-Veranstaltung zum Thema Seniorenrat in den kleinen Saal der Awo gekommen.

. „Ich habe das nicht erwartet, aber erhofft.“ Sozialamtsleiter Mike Flohr konnte rund 20 Interessierte im kleinen Saal der Awo zur Info-Veranstaltung zum Thema Seniorenrat begrüßen. Dieser war im Jahr 2018 nach mehreren vergeblichen Versuchen, ausreichend Kandidaten zu finden, nach fast 25 Jahren aufgelöst worden. „Uns hat der Nachwuchs gefehlt, auch wenn sich das in dieser Altersklasse komisch anhört“, sagte Mike Flohr. Nun soll ein neuer Anlauf genommen werden, um für diese in Wülfrath stark vertretene Altersgruppe eine eigene Stimme zu geben.

Als Referent erklärte Manfred Stranz, Mitglied der Landesseniorenvertretung, die Organisation und Themenfindung eines Seniorenrates, der zwar politische Arbeit leistet, dabei aber überparteilich und konfessionell unabhängig aufgestellt ist. Angesprochen ist die Altersklasse 60 plus, die die kommunale Gesellschaft mitgestalten soll, sich etwa zu Themen wie öffentlicher Nahverkehr, Wohnsituation, Nahversorgung und Umwelt positioniert. Er betonte auch die Notwendigkeit, dabei ein gewisses Selbstbewusstsein mitzubringen. „Ich will. Ich kann. Ich möchte“, so sein Credo.

Mitglieder des Seniorenrates haben eine beratende Stimme in Fachausschüssen, „die wir ernst nehmen“, wie Andreas Seidler (CDU), stellvertretender Bürgermeister und Vorsitzende des Ausschusses für Gesellschaft und Soziales, versicherte. Für die erneute Einrichtung eines Seniorenrates ist ein politischer Beschluss notwendig, den Andreas Seidler als Formalität ansieht. „Ich halte ein solches Gremium persönlich für eine gute Sache“, sagte der CDU-Ratsherr. Gerade der andere Blickwinkel dieser Altersgruppe auf die Stadt könne dazu führen, dass Dinge auffallen, die von der Politik vielleicht nicht wahrgenommen würden. Flohr nannte einige Beispiele für Verbesserungen, die der ehemalige Seniorenrat erreicht hat. Dazu zählt er die „Rollator-Strecke“ an der Wiedenhöfer Straße, die Sitzbänke am Angermarkt und vieles mehr.

Bei den Fragen der Anwesenden ging es zum Beispiel um den Etat, der dem Gremium zur Verfügung stehen würde. Die von Mike Flohr bezifferten 850 Euro als Jahresetat kommentierte Peter Schiestel: „Damit kann man aber keine großen Sprünge machen.“ Der Sozialamtsleiter berichtete, dass die ursprünglich 1000 Euro in den letzten Jahren des Gremiums nicht mehr abgerufen worden waren, weil auch die Aktivitäten der damaligen Mitglieder zurückgegangen seien. Über den Etat könne man sprechen. Wer kann von wem gewählt werden, wie oft gibt es wo Sitzungen und vieles mehr waren weitere Fragen. Die Anregung, möglichst schnell zu wählen, „bevor es sich die Leute wieder anders überlegen“, relativierte Flohr allerdings. „Eine Wahl des Seniorenrates am Tag der Kommunalwahl am 13. September ist sehr ambitioniert.“ Immerhin fange man wegen der gemachten Erfahrungen „nicht bei Null an“. Der mögliche Neustart führt nun über den Ausschuss für Gesellschaft und Soziales. Dieser soll sich des Themas annehmen und einen Beschluss fassen, um das notwendige Verfahren in Gang zu bringen. Im kleinen Saal der Awo wurde eine Liste herumgereicht, auf der sich Interessierte eintragen konnten. Immerhin neun Leute trugen sich ein. Gleichzeitig versprach Mike Flohr, wieder die Werbetrommel für das Projekt zu rühren. Weitere Interessierte, die sich eine Mitarbeit in einem Seniorenrat vorstellen können, haben die Möglichkeit, sich an Mike Flohr zu wenden.

m.flohr@
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