Wülfrath pro ist doch gerettet

Eine Kindergarten-Erzieherin und ein Betriebssanitäter springen buchstäblich in letzter Sekunde als Retter für die Werbegemeinschaft in die Bresche.

Wülfrath. Bei der Jahreshauptversammlung Wülfrath pro im großen Sitzungssaal des Rathauses ging es um nicht weniger als den Fortbestand der Werbegemeinschaft. Bis kurz vor diesem Tag hatte sich niemand gefunden, der bereit war, für einen Vorstandsposten zu kandidieren (die WZ berichtete). Wülfrath pro-Vorstand Dirk Herbener konnte dann doch von zwei Neumitgliedern berichten, die sich sogar bereiterklärt hatten, sofort für Vorstandsposten zu kandidieren.

Karsten Niemann, Wirtschaftsförderer, über die angebotene Hilfe der Verwaltung für den neugebildeten Vorstand der Werbegemeinschaft

Christina Rick (40) ist Erzieherin in einem Kindergarten und betreibt nebenbei ein Kleingewerbe mit Kosmetik. „Ich bin ein Macher“, sagt sie über sich selbst und verspricht, sich engagiert um die Belange der Werbegemeinschaft zu kümmern. Christina Rick weiß natürlich, dass sie sich noch in ihre neue Funktion einarbeiten muss. Trotzdem möchte sie zeitnah eigene Ideen einbringen. Sie wird bei zwei Enthaltungen gewählt. Emanuele Berardi (38) ist Betriebssanitäter. Er befürchtet, dass Wülfrath ohne Kartoffelfest und verkaufsoffene Sonntage zur „Geisterstadt“ werden könnte. Auch er wird bei zwei Enthaltungen in den Vorstand gewählt. Die beiden werden Dirk Herbener zur Seite stehen, der sich erneut um den Vorstandsposten beworben hatte. Er wurde einstimmig gewählt.

Melanie Wolfram und Karin Schwanbeck hatten seit Monaten erklärt, sich nicht zur Wiederwahl stellen zu wollen. Melanie Wolfram dankte bei ihrem Abschied ihren Mitstreitern und der Verwaltung für die Unterstützungen in den vergangenen beiden Jahren ihrer Amtszeit.

Zu dieser zukunftsentscheidenden Jahreshauptversammlung waren nur 23 Personen gekommen, darunter gleich drei aus der Verwaltung. Knapp ein Drittel der Anwesenden sind Einzelhändler. Wülfrath pro hat derzeit nach Angaben von Dirk Herbener 67 Mitglieder. Wirtschaftsförderer Karsten Niemann, Kollegin Anja Haas und Ordnungsamtsleiter Sebastian Schorn waren mit von der Partie. Sie boten dem neuen Vorstand ihre Unterstützung an. „Wir bieten Gespräche an, damit der Übergang reibungslos klappt“, sagt Niemann auf Anfrage. „Wir wollen partnerschaftlich und als Team zusammenarbeiten. Wir haben das gleiche Ziel, eine attraktive Innenstadt“, so der Wirtschaftsförderer weiter. Die Verwaltung übernimmt unter anderem das Aufhängen der Weihnachtsbeleuchtung oder hilft bei der Organisation des Kartoffelfestes.

Die Jahreshauptversammlung war diesmal als nichtöffentliche Sitzung anberaumt worden. Daher gibt es keine genaue Berichterstattung über die etwa 45 Minuten lange Aussprache der Anwesenden. Themen waren das mangelnde Engagement der Mitglieder der Werbegemeinschaft, unterschiedliche Öffnungszeiten sowie die Frage nach der Sinnhaftigkeit von bestimmten Veranstaltungen.