Wülfrath kunstvoll in Szene gesetzt

Ab Samstag sind mehr als 30 künstlerisch bearbeitete Fotos von Rita Bondsfield-Atteln im Café Schwan in der Innenstadt zu sehen.

Wülfrath. Eine besondere Fotoausstellung mit Bildern von Rita Bondsfield-Atteln ist ab Samstag, 11. November, 9 Uhr, im Café Schwan zu sehen. Bis zum Frühjahr werden in allen Räumen mehr als 30 überwiegend mit Acrylfarbe bearbeitete Heimatfotos von ihr zu sehen sein. „Wülfrath in Licht und Schatten“ lautet der Titel der Ausstellung. „Besonders schön und gelungen sind die Wintermotive, die überwiegend im Jahr 2008 entstanden sind“, sagte Rita Bondsfield-Atteln gestern im Gespräch mit der WZ. Sie werden im ersten Raum gezeigt.

Rita Bondsfield-Atteln über ihre Art der Fotokust

In einem weiteren Raum verbreiten Werke mit Sepia auf Leinwand nostalgisches Flair. Collagen und alle Fotos, die im Bildkalender „Malerisches Wülfrath“ der inzwischen aufgelösten Gruppe „Creative Photography“ erschienen sind, werden in einem weiteren Raum gezeigt. Motive sind unter anderem der Krapps Teich, der Kirchplatz, Rohdenhaus, der Malerwinkel Hackestraße, das alte Gesundheitsamt und viele mehr. „Wir sind aber alle noch freundschaftlich verbandelt“, betonte Rita Bondsfield-Atteln mit Blick auf die ehemalige Gruppe.

Die Bilder haben in etwa das Format zwei zu drei, sind meist 60 mal 40 Zentimeter groß. Aber auch 60 mal 45 Zentimeter und 20 mal 30 Zentimeter sind zu sehen. Die Werke sind zu kaufen und kosten zwischen 20 und 80 Euro. „Ich will damit kein Geld verdienen“, versicherte Rita Bondsfield-Atteln. Sponsoren hätten ihr geholfen, die Ausstellung auf die Beine zu stellen. „Die wollen aber anonym bleiben“, sagte die Künstlerin, die unter dem Strich mit einem leichten Minus rechnet. Das ist ihr die Sache aber wert.

Die Ausstellung ist ihr eine Herzensangelegenheit — und ein Exponat hat eine ganz besondere Bedeutung für die Wülfratherin. Die einzige Tuschezeichnung, die zu sehen ist, ist von ihrer Mutter Hilde Atteln und stammt vermutlich aus dem Jahr 1959. Sie zeigt die Druckerei Atteln, die mittlerweile verpachtet ist. „Meine Mutter hat sich immer als Heimatdichterin mit dem Pinsel in der Hand bezeichnet“, erklärte Rita Bondsfield-Atteln. Die restlichen Werke stammen ausschließlich von ihr und sind zwischen 2008 und 2017 entstanden.

Zwei Bilder von der Partnerstadt Ware liegen der Künstlerin sehr am Herzen. „Ich habe sie zu Ehren meines väterlichen Freundes Roy Mansfield in die Ausstellung genommen“, sagte Rita Bondsfield-Atteln. Roy Mansfield war jahrelang Vorsitzender des Freundschaftsvereins auf britischer Seite und hatte sich sehr für die Partnerschaft eingesetzt. Er war auch viele Jahre lang auf dem Wülfrather Weihnachtsmarkt vertreten. „Er ist jetzt weit über 80 Jahre alt und kommt nicht mehr nach Wülfrath. Ich schicke ihm aber Fotos“, sagte Rita Bondsfield-Atteln, die seit 1973 regelmäßig an den Treffen mit der Partnerstadt teilnimmt.

„Ich fotografiere mit ganz einfachen technischen Mitteln und bearbeite meine Bilder wenig. Den Effekt hole ich mir gerne durch Licht und Schatten. Die Nachmittagssonne ist dabei meine beste Freundin“, erklärte Rita Bondsfield-Atteln. Die Nachmittagssonne tauche alles in flüssiges Gold und besonders im Winter zaubere sie wunderschöne Schatten. Daher stamme auch der Titel der Fotoausstellung „Wülfrath in Licht und Schatten“.

Auch der Ort der Fotoausstellung ist bewusst ausgewählt. „Das alte Haus Schwanenstraße 4 ist ein wunderbarer, stilgerechter Rahmen für meine Bilder“, sagte die Künstlerin. „Elke Kuchta, Inhaberin des Cafés Schwan, stammt ursprünglich aus Düsseldorf und hat sich sofort in unsere Altstadt verliebt. Darum hat sie auch spontan zugestimmt, als ich sie bat, meine Fotos ausstellen zu dürfen“, freut sich Rita Bondsfield-Atteln.

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