Wülfrath : Kalkstadt-Narren stellen neue Prinzessin vor

Danielle Helling springt ein. Der Vorsitzende Roger Szielenkewitz kündigte Rückzug an.

Bei den Kalkstadt-Narren werden die letzten Vorbereitungen für die Session traditionell bei der Mitgliederversammlung im Oktober getroffen. Also ging es jetzt bei der Zusammenkunft wieder um die Vorstellung des Prinzenpaares, Ehrungen langjähriger Mitglieder und die Findung des Mottos für die kommende Session. Und obwohl erst am Vorabend die Karnevalisten ihr Oktoberfest an gleicher Stelle gefeiert hatten, erschienen viele gut ausgeruhte Mitglieder. „Ich hatte ja erwartet, dass einige noch etwas angekratzt sind“, schmunzelte der Vorsitzende Roger Szielenkewitz. Das Oktoberfest soll nämlich sehr gut gewesen sein.

Verein wollte nicht auf Erwachsene ausweichen

Trotz intensiver Suche konnte in diesem Jahr kein neues Kinderprinzenpaar gefunden werden. „Es ist schwierig geworden“, seufzte Szielenkewitz. Man habe nicht auf Erwachsene ausweichen, sondern der Tradition treu bleiben wollen. Mit Danielle Helling wurde quasi ein Kompromiss geschlossen: Die 16-Jährige ist eigentlich zu alt für eine Kinderprinzessin, hat aber Erfahrung aus ihrer ersten Amtszeit 2017/18 und springt gerne ein.

Die Tochter einer jamaikanischen Mutter wurde in Mettmann geboren und besucht die Gesamtschule der Freien Aktiven Schule Wülfrath. Lieblingsfächer der 16-Jährigen sind Biologie und Englisch, vor allem aber tanzt sie gerne und geht mit Freunden aus. Da sie mehrsprachig aufgewachsen ist, dürfte sie die perfekte Prinzessin für einen völkerverständigen Karneval sein und gibt dem Brauchtum eine moderne Nuance.

Mitglieder, die seit elf Jahren oder einem Vielfachen davon dem Verein angehören, wurden mit Urkunden geehrt. Dazu gehörten auch Roger Szielenkewitz selbst sowie sein Vater Helmut, der kurz nach Gründung der Kalkstadt-Narren 1984 mit seinem Sohn eingetreten war. Die Ehrung des Vorsitzenden übernahm Schriftführerin Cathleen Gayk. Detlef Spadella wäre ebenfalls für 33 Jahre geehrt worden, doch er ist in diesem Jahr verstorben. Für ihn nahm seine Frau Karin die Urkunde posthum entgegen. Beim Thema Mottofindung stellte sich heraus, dass noch gar keine Vorschläge vorlagen. Eigentlich sollten lustige Reime auf Zetteln gesammelt werden, um über sie abzustimmen. „Hat sich überhaupt jemand Gedanken gemacht?“, fragte Szielenkewitz. Als ihm betretenes Schweigen entgegenschlug, beschloss er: „Dann verschieben wir das.“

In eigener Sache musste der Vorsitzende gestehen, dass ihm sein neuer Job nicht mehr viel Zeit für Vereinsaufgaben lasse. Deshalb möchte er den Vorsitz abgeben. „Ich habe lange und gut überlegt und mit diversen Leuten gesprochen“, erklärt Szielenkewitz. Wenn man so einen Posten habe, müsse man auch mit Herzblut dabei sein. Das könne er in Zukunft zeitlich nicht mehr leisten. Bis zur Jahresversammlung im April solle die Nachfolge geregelt sein.

Ansonsten sei schon alles vorbereitet: Das Programm für die Prunksitzung steht, und der Hoppeditz könne am 11.11. wie geplant auferstehen. Kurz vor Schluss wurde dem Vorsitzenden ein Zettel gereicht: „Ihr werdet lachen, Danielle I. wird’s alleine machen“, lautete der Motto-Vorschlag von Ingrid Schwind. „Super, nehmen wir“, entschieden die Mitglieder spontan und applaudierten.

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