Wülfrath: Ein Wohfühl-Erlebnis für die Stadt

Wülfrath : Ein Wohlfühl-Erlebnis für die ganze Stadt

Im Café Schwan feiert am 6. Mai die Messe „Schön, chic und gesund“ Premiere. Die Initiatorinnen wollen einen Beitrag zur Belebung des Zentrums leisten.

In der Kleinstadt im Grünen mit idyllischem Fachwerkkern und nahe gelegen zu Großstädten zu wohnen, hat zweifellos seinen Reiz. In Wülfrath kann auch problemlos der tägliche Bedarf gedeckt werden. Doch die Stadt teilt in Zeiten des Internets und der Vorliebe für Einkauferlebnisse das Schicksal vieler Kleinstädte: Trotz einladend gestalteter Fußgängerzone fallen dort und an anderen Stellen der Innenstadt Leerstände auf. Dass es dennoch Händler und Dienstleister gibt, die einiges zu bieten haben, das sollte mehr in den Fokus gerückt werden. Auch die Werbegemeinschaft Wülfrath pro hat das erkannt. Sie will ein Einkaufserlebnis bieten und die Fußgängerzone zum Laufsteg inmitten einer karibischen Party machen. Models präsentieren dabei in Wülfrath erhältliche Mode. Gesucht werden „nur noch“ der passende Termin und Sponsoren für die Premiere der „Summer Fashion“. Wenn auch in kleinerem Rahmen, andere sind mit ihren Planungen für ein Wohlfühl-Erlebnis im Herzen der Stadt schon weiter. „Schön, chic und gesund“ lautet das Motto der ersten After-Work-Messe, zu der Kosmetikerin und Ernährungsberaterin Dunja Urbach mit Elke Kuchta, Chefin im Café Schwan, für Montag, 6. Mai, 15 bis 20 Uhr, an die Schwanenstraße 4 nicht nur, aber vor allem Frauen bei freiem Eintritt einladen.

„Wir wollen einen Beitrag dazu leisten, die Stadt zu beleben, sie mit Leuten aus ihrem Umkreis zu unterstützen“, sagt Initiatorin Dunja Urbach im Gespräch mit der WZ. Deshalb hänge die Einladungs-Poster auch in Velbert, Heiligenhaus, Mettmann und Wuppertal-Vohwinkel aus. Im Café Schwan sind am 6. Mai sechs Netzwerkerinnen aus unterschiedlichen Branchen zu Gast (siehe Info-Kasten), die sonst nur auf Empfehlung arbeiten beziehungsweise bei Hauspartys zum Kennenlernen und Ausprobieren ihrer Produkte und Dienstleistungen einladen.

Farb- und Stilberatung sowie Trends aus dem „Klamottentaxi“

„Ganz unverbindlich, niemand muss sich genötigt fühlen, etwas zu kaufen“, verspricht Urbach. Vorgestellt werden eine textile Lösung für „gesundem Schlaf mit Kuschelgarantie“, umgehend sichtbare Fältchenreduzierung ohne Botox, die positive Wirkung von Hanfvollextrakten, legalen Cannabinoiden, für den Körper, ein Einstieg in die Farb- und Stilberatung, das passende individuelle Make-up und farbenfrohe Modetrends aus einem „Klamottentaxi“.

„Meistens finden solche Events in größeren Hallen wie beispielsweise der Band- oder Papierfabrik in Wuppertal statt, aber meine spontane Idee war, es auch einmal in einem so knuffigen und bekannten Café wie dem Schwan zu versuchen“, sagt Urbach. Sie musste Elke Kuchta nicht lange überreden. Die Gastronomin, die sich mit der Übernahme des Cafés im verwinkelten Fachwerkhaus aus dem 18. Jahrhundert Anfang 2017 einen Herzenswunsch erfüllte, sagte umgehend zu, Urbach die Räume an einem Montag, an dem das Kaffeehaus sonst geschlossen ist, zur Verfügung zu stellen. „Ich finde es toll, junge Unternehmen zu unterstützen. Zurzeit vermittelt die Fußgängerzone doch den Eindruck, Wülfrath stirbt aus. Ich hoffe, dass die Veranstaltung vielleicht jemanden durch guten Zuspruch dazu motiviert, sich hier anzusiedeln“, so Kuchta. Wie bei den regelmäßigen Konzerten, Lesungen oder Kunst-Ausstellungen im Schwan sieht sie auch jetzt ihre Chance, neues Publikum durch die Feierabend-Messe zu gewinnen.

„Nur gemeinsam sind wir stark. In Wülfrath muss künftig mehr an einem Strang gezogen werden“, ist Dunja Urbach überzeugt. Ein Hemmnis für Start-ups im Wülfrather Handel seien die weiter zu hohen Erwartungen bei der Ladenmiete. „1500 Euro pro Monat sind durchaus üblich, und die muss man erst einmal erwirtschaften“, sagt Urbach. Die Expertin für ganzheitliche Ernährung und natürliche Schönheit, Jahrgang 1969, kam mit fünf Jahren nach Wülfrath, besuchte hier die Linden- und Theodor-Heuss-Realschule, hat den Wandel der Innenstadt miterlebt. Seit 1993 ist die Mutter von zwei Kindern selbständig. Erst arbeitete sie mit einer Kollegin Im Spring zusammen, seit 2016 ist ihre eigene Praxis am Kirchplatz zu finden.

Die meisten ihrer Kunden kommen aus dem Ruhrgebiet, nehmen also eine längere Anfahrt in Kauf, um sich von Dunja Urbach bei einer „Entgiftungskur“, wie sie es nennt, begleiten zu lassen. Nach einer genauen Anamnese geht es dabei darum, den Fettanteil im Körper nach einem individuellen Plan zu verkleinern. „Vier bis fünf Mahlzeiten pro Tag einzunehmen, nur mit ganz normalen Lebensmitteln zubereitet, das muss auch mit dem Job in Einklang gebracht werden“, stellt die Ernährungsberaterin fest. Dreh- und Angelpunkt sei es, den Stoffwechsel zu aktivieren. „Unterstützt wird das dadurch, dass die Fettzellen homöopathisch angeregt werden, sich besser zu entleeren“, erklärt Dunja Urbach.

Mehr von Westdeutsche Zeitung