Wülfrath: Biologie macht fit für den Arbeitsmarkt

Wülfrath: Biologie macht fit für den Arbeitsmarkt

Das Gymnasium setzt auf Projekte und Wettbewerbe, um den Stellenwert der Naturwissenschaften zu stärken. Neun Jung-Forscher aus den Klassen 6 bis 10 landeten auf den vorderen Plätzen.

Wülfrath. Marius, Isabelle, Leon und Franziska sind zwar erst in der sechsten Klasse, können aber schon ihre ersten Erfolge als Forscher aufweisen. Sind braune Eier härter als weiße? Was ist eigentlich das Gelbe vom Ei?

Und was passiert, wenn man ein rohes Ei einfriert? Mit solchen Fragen haben sich die Schüler des Städtischen Gymnasiums für den NRW-Wettbewerb "Das Gelbe vom Ei" auseinandergesetzt.

Neun Jung-Forscher aus den Klassen 6 bis 10 landeten auf den vorderen Plätzen. Am Montag wurden sie von Rektorin Erika Winkler ausgezeichnet - zur Belohnung gab es Urkunden und einen schulfreien Tag für einen Ausflug.

Die Biologie-Lehrerinnen Dr.Birgit Lampe und Stefanie Reuter hatten die Teilnehmer betreut. "Mit solchen Wettbewerben wird die wissenschaftliche Denkweise schon früh gefördert", sagt Birgit Lampe.

Und dafür reichen am Anfang schon einfache Mittel - zum Beispiel Eier, Seife und eine Lupe. "Damit haben wir die Oberfläche untersucht", sagt Marius. Dabei haben die Schüler kleine Poren entdeckt - "dadurch kommt Luft ins Ei." Für den "Härte-Test" haben sie dann Bücher auf halb aufgeschnittene Eierschalen gestapelt, um zu testen, wann sie zusammenbrechen.

Das Ergebnis: "Braune Eier sind nicht robuster", sagt Hannah. Die unterschiedlichen Farben der Eierschalen sind genetisch bedingt, haben aber offenbar keinen Einfluss auf die Härte.

Wie Rektorin Winkler im Gespräch mit der WZ hervorhebt, spielen solche Wettbewerbe, die über den normalen Unterricht hinausgehen, im Schulalltag eine immer größere Rolle.

Bald steht ein neuer Bio-Wettbewerb - Thema: "Hand und Fuß" - auf dem Programm, außerdem nehmen Wülfrather Gymnasiasten an der Bio- und der Junior-Science-Olympiade teil. Für Fremdsprachenwettbewerbe ist das Gymnasium mittlerweile als "Austragungsort" etabliert.

"Die Bedeutung solcher Wettbewerbe geht über die Schule hinaus", sagt Winkler, "auch für Bewerbungen spielt das eine Rolle." Die Schulleiterin, selbst studierte Biologin, denkt dabei vor allem an die naturwissenschaftlichen Fächer: "Durch die Oberstufen-Reform wird die Bedeutung dieser Fächer im Lehrplan ja eher geringer." Das entspreche aber keineswegs den Anforderungen des Arbeitsmarkts.

Um dem entgegenzuwirken, plant das Gymnasium auch einen speziellen Projektkurs für Oberstufenschüler. Im ersten Kurs geht es zum Beispiel um den Aufbau von Muskeln und um Verhaltensbiologie. "Das ist eher die Perspektive Forschung und Entwicklung", sagt Winkler.

Die räumlichen Voraussetzungen dafür hat das Gymnasium mittlerweile: Nach jahrelangen Sanierungsarbeiten sind die Physik-, Biologie- und Chemie-Räume nun auf dem neuesten Stand. "Bei aller sonstigen Enge in unserem Gebäude: Was Naturwissenschaften angeht, sind wir gut ausgestattet", sagt Erika Winkler.

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