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Wülfrath: Autorin versetzt Zuhörer in Karl-May-Welt

Wülfrath : Eintauchen in die Welt des Karl May

Jacqueline Montemurri hat im Zeittunnel aus ihrem Roman „Herrscher der Tiefe“ gelesen.

In die etwas mystische Stimmung des Zeittunnels hatte die Autorin Jacqueline Montemurri die Lesung aus ihrem Roman „Der Herrscher der Tiefe“ bewusst verlegt, war er doch der adäquate Raum für ihre Geschichte, – einem gekonnten Mix aus Realität, Historie, Science fiction, sauberer Recherche und blühender Phantasie.

Ein Roman, der sich an Karl May anlehnt, seine Figuren Hadschi Halef Omar und Kara Ben Nemsi verwendet und dadurch eigentlich eine Fortsetzung der Abenteuer von Karl May erleben lässt.

Es beginnt auf Zypern, die Erforschung einer riesigen Höhle, ein Hexenmeister, der ein magisches Fell besaß oder die Rolle Garn, die bei einer alten Frau auf dem Markt gekauft wird (der Faden der Ariadne) ,- es ist ein Gespinst, verwoben, verflochten und dennoch eingebunden in die Realität. Die Höhle gerät zum (Alb)-traum. Unglaubliche Stalaktiten und Stalagmiten, Fossilien, Skelette von prähistorischen Tieren, riesige Kristallstäbe, einem Mikadospiel ähnlich angeordnet, dann eine Eisfläche, auf der der Fall ins Unendliche nicht verhindert werden kann , und – aus taktischen Gründen wird hier die Lesung unterbrochen, denn die Bücher sollen ja auch noch verkauft werden.

Montemurri ist wie Karl May
in Sachsen aufgewachsen

Dass Jacqueline Montemurri sich ganz besonders mit Karl May beschäftigt, liegt wohl an der räumlichen Nähe zum Wohnort des Schriftstellers, – auch sie war in Sachsen aufgewachsen und ihre Oma lebte nur 200 Meter vom Karl May Haus entfernt. Auch die phantastische „Reise zum Mittelpunkt der Erde“ von Jules Verne findet breiten Raum. Die Nautilus, das U-Boot, als es noch keines gab, befindet sich nahe der tiefsten Stelle des Mittelmeeres, mehr als 5000 Meter tief. Kapitän Nemo lädt Kara Ben Nemsi und seine Freunde ein, bewirtet sie mit allen Früchten des Meeres, – Seegurken, Seetang, eben allem Essbaren aus der Unterwasserwelt. Hier macht Jacqueline Montemurri kurz Pause und reicht Pralinen in Form von Meeresfrüchten. Nemo fordert Kara Ben Nemsi auf, mit ihm das Boot zu verlassen. Durch eine Schleuse gelangen sie in die Tiefe des Meeres, bis an den Rand des Abgrunds. Der Angriff eines Hais wird mittels elektrischer Schläge abgewehrt, – nur war die Elektrizität gerade erst dabei, erfunden zu werden.

Überhaupt, die technischen Einzelheiten in ihren Beschreibungen beeindruckten. Doch ihre Vita erklärte alles: Sie hatte in Aachen das Studium für Luft- und Raumfahrttechnik erfolgreich beendet. Auch wenn sie heute in Velbert-Neviges beheimatet, diesen Beruf nicht mehr ausübt und sich stattdessen in der Flüchtlingshilfe engagiert hat. Die offensichtlich kundigen Zuhörer entließen die Autorin erst nach langen Fragen und Gesprächen.

(eise)