Wülfrath: „Auf zum fröhlichen Jagen“

Das Jagdhornbläserkorps feiert seinen 50. Geburtstag – festlich und ausgelassen.

Wülfrath. "Ich komme mir vor wie in einer Großfamilie," begrüßte Rolf Thüs am vergangenen Freitagabend seine Gäste. 130 an der Zahl - ein wirklich große Großfamilie. Gekommen waren sie zu einem besonderen Jubiläum: Der Jagdhornbläserverein Wülfrath, dessen erster Vorsitzender Thüs ist, feierte sein 50 jähriges Bestehen.

Für diesen besonderen Abend hatte man ein festliches Programm zusammengestellt. So spielte der Jagdhornbläserkorps zur Einstimmung einige Jagdballaden unter freiem Himmel.

Das Wetter meinte es gut mit dem ehrwürdigen Verein, so dass gleichzeitig der Begrüßungs-cocktail im Freien getrunken werden konnte. Neben dem "Jägergruß" begeisterten die Musiker an ihren Ventil-, Natur- und Parforce-Hörnern auch noch mit dem Stück "Auf zum fröhlichen Jagen".

"Musik zu machen, ist aber nur eine Nebentätigkeit", so Udo Switalski, selbst seit zehn Jahren Mitglied und Bläser des Ventilhorns. "Eigentlich begleiten wir die Jäger bei der Jagd." Die Vereinsmitglieder werden regelmäßig zu Gesellschafts- und Treibjagden eingeladen, deren Leitung sie dann übernehmen.

"Wir blasen zum Beispiel zum Aufbruch und geben Signale für die Treiber," sagte Switalski. Nach dem "Abblasen" lassen die Jagdhornbläser dann für jedes erlegte Tier einen Ton erklingen, um auf diesem Wege ihre Achtung vor dem Wild zum Ausdruck zu bringen.

An diesem Abend zollten sie dann noch auf einem anderen Wege Tribut für die geschossenen Tiere. Die Jäger des Vereins haben in den vergangenen Tagen vermehrt Hirsche und Wildschweine erlegt und sie dem Restaurant "Kleine Schweiz" in Velbert zukommen lassen, wo die Jubiläumsfeier stattfand. Daraus zauberten die Köche ein festliches Menü, zu dem sich die geladenen Gäste im Anschluss an die musikalische Einstimmung begaben.

Der Höhepunkt des Abends war die Ehrung der Jubilare. Eine ganze Reihe an Mitgliedern ist schon 25 Jahre dabei. Außerdem wurden die vier verbleibenden seit 50 Jahren im Verein aktiven und somit Gründungsmitglieder geehrt.

Zu ihnen zählte der Vorsitzende Rolf Thüs selbst sowie Wolfgang Mönch, Hans-Willi von der Eichen und Wilhelm Bruchhausen. Der 78-Jährige kann nur von positiven Erlebnissen mit den Jagdbläsern berichten. Die Mitgliedschaft habe ihm stets Spaß gemacht. "Vor allem immer bei den Jagden dabei zu sein, habe ich sehr genossen," sagte er.

Aber auch die restlichen Mitglieder nahmen diesen Abend zum Anlass, einfach festlich-ausgelassen zu feiern. Ebenfalls viele jungen Vereinsmitglieder waren dabei. "Nachwuchsprobleme haben wir gar nicht. Im Gegensatz zu den meisten anderen Vereinen in NRW," betonte Switalski.

Im nächsten Monat steht dann noch ein Höhepunkt für den Verein an. Denn dann fahren sie zum Landeswettbewerb der Jagdhornbläser ins Jagdschloss Brüggen. "Im letzten Jahr sind wir Elfter von 37 geworden. Das war eine ganz ordentliche Leistung.", sagte Switalski.

Mehr von Westdeutsche Zeitung