1. NRW
  2. Kreis Mettmann
  3. Velbert, Neviges und Wülfrath

Wülfrath: Armfüßer, Muscheln und anderes Getier

Wülfrath: Armfüßer, Muscheln und anderes Getier

Fossilien-Workshop: 26 Hobbygeologen sind am Zeittunnel 360 Millionen Jahre alten Meerestierchen auf der Spur.

Wülfrath. Hannah (6) und Joel (11) hangeln sich den steilen Abhang hinauf, klopfen hier, graben da und stoßen ab und zu einen verzückten Schrei aus: "Ich hab was, ich hab was", ruft Hannah. "Bestimmt ein Stück von einem Dinosaurier!" Beim Fossilienworkshop am Samstag hatte Thomas Paul versprochen: "Bei mir findet jeder etwas!" Dass er den angeblichen Dinosaurierfund von Hannah dann doch als muschelähnliches Meerestierchen deklarierte, konnte der Entdeckerfreude keinen Abbruch tun. "Dafür ist es sogar viel älter. Nämlich 360 Millionen Jahre!"

Seit fünf Jahren veranstaltet Thomas Paul selbstständig Naturexkursionen und Seminare am Zeittunnel. Am Samstag erfuhren die 26 Teilnehmer erst einmal alles Wissenswerte rund um Fossilienfunde. Als es dann in das Gelände nach Heiligenhaus ging, konnten sich nicht nur die Kinder vor Neugier kaum bremsen. Aus Düsseldorf, Wuppertal und anderen Städten waren sie nach Wülfrath gekommen, um an dem Workshop teilzunehmen.

Mit Hammer und Meißel klopften sie die Schichten der Schieferplatten auseinander, die ein umgestürzter Baum an die Oberfläche gehebelt hatte. "Ich gehe jedes Jahr mit den Teilnehmern zu einer neuen Stelle, da viele auch schon einmal dabei waren", sagte Thomas Paul. "Der Platz hier scheint mir jedoch besonders ergiebig." Und tatsächlich: Die Steine aus dem devonischen Riff wiesen zahlreiche Funde aus einer vergangenen Zeit auf: kleine Meerestierchen, Muscheln, Korallen, Quarzkristalle - die Hobby-Geologen waren begeistert.

Stolz präsentierte auch die zehnjährige Julia ihren Fund und benutzte gleich den richtigen Fachausdruck: "Das ist wahrscheinlich eine Brachiopode, ein Armfüßer." Durch vorsichtiges Klopfen hatte sie die Schieferplatte gespalten. Zu Hause möchte Julia ihren Fund dann vorsichtig absprühen und auf ihren Schreibtisch stellen. "Es ist ein tolles Gefühl zu wissen, dass ich der erste Mensch bin, der jetzt dieses uralte Tierchen sieht." Fynn hätte mit seiner außergewöhnlichen Entdeckung wohl jeden Geologen neidisch gemacht. Der kleine fünfarmige Schlangenstern, einem Seeigel ähnlich, prangte gut sichtbar auf der Schieferplatte: "Das ist ein toller Fund. So etwas zu entdecken ist etwas ganz Besonderes."

Da ist sogar Experte Thomas Paul von dem Ergebnis dieser Exkursion beeindruckt.